Eva Lettenmeier, die Unverblümte
Die neue, fürs Operative zuständige Kursana-Geschäftsführerin versteckt sich nicht hinter Phrasen, auch auf die Gefahr hin, jemandem auf den Schlips zu treten. So sagt Eva Lettenmeier in unserem Fragebogen "Persönlich": Was sie am meisten an ihrem Job nerve sei, "wie hartnäckig sich das alte Narrativ hält, dass die Rahmenbedingungen in der Pflege furchtbar seien". Sie ist keine Opportunistin, eher der Typ Frau, mit dem man Pferde stehlen kann. Tierärztin wollte sie einst werden und am liebsten isst sie bayerisches "Knödel-Gröstl".
privat
Hätte Eva Lettenmeier ein Jahr Auszeit, würde sie unter anderem ein KI-Expertentraining absolvieren. Hier ist sie mit dem Sozialroboter Navel zu sehen
Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Tierärztin
Wie sind Sie in die Altenpflege gekommen?
Ich wurde als junge Journalistin für die Kommunikation beim Augustinum angefragt und fand die Herausforderung sehr spannend. Dort blieb ich dann 15 Jahre, übernahm Marketing, Vertrieb, zeitweise auch die Leitung des "Stammhauses" in München und schließlich die Geschäftsführung der Wohnstifte.
Was lieben Sie an Ihrem Job?
Für Menschen und mit Menschen zu arbeiten und dass wir in der Pflege tatsächlich einen Unterschied im Leben anderer machen können. Neudeutsch nennt man das "Purpose", schätze ich.
Was nervt Sie am meisten?
Wie hartnäckig sich das alte Narrativ hält, dass die Rahmenbedingungen in der Pflege furchtbar seien.
Ein Jahr Auszeit – was würden Sie machen?
Sport und Kultur und ein KI-Expertentraining.
Wie schalten Sie ab?
Ich schalte bei allem ab, was mir Spaß macht, weil ich mich gerne ganz auf die Dinge einlasse, zum Beispiel Bergwandern, Fahrradfahren, mit Freunden einen Abend verbringen, Lesen, Kino, Theater, Familientage…
Welches Buch lesen Sie gerade?
"Good Girl" von Aria Aber über eine lebenshungrige junge Frau aus einer afghanischen Familie, die in einer Berliner Sozialwohnung lebt.
Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?
"Der Astronaut – Projekt Hail Mary" mit Sandra Hüller und Ryan Gosling.
Ihr Lieblingsessen?
Bayerisches "Knödel-Gröstl".
Wohin geht’s im nächsten Urlaub?
Nach Italien, in die Lunigiana, die Grenzregion zwischen Toskana und Ligurien.
Wen würden Sie gerne mal treffen und warum?
Den kanadischen Premier Marc Carney! Ich bewundere seine Fähigkeit, im digitalen KI-Meme-Zeitalter klug und seriös zu kommunizieren und die Menschen damit zu gewinnen.
Wie und wo wollen Sie alt werden?
Wie es kommt! Flexibel und dankbar für alles, was im Leben (noch) möglich ist. Wer sich so lange wie ich mit dem Alter befasst, weiß, dass man das eigene Lebensumfeld besser vorausschauend an die Veränderungen des Alters anpasst. Und die Veränderungen sind einfach individuell unterschiedlich. Es muss für einen selbst, die wichtigsten Menschen und diejenigen, die einen unterstützen und versorgen, die beste Option sein.
Eva Lettenmeier ist seit Februar 2026 operative Geschäftsführerin bei Kursana und verantwortet im Geschäftsbereich Care & Kids neben der Seniorenbetreuung auch das Geschäftsfeld Kinderbetreuung. Bis Anfang dieses Jahres leitete die 60-Jährige als Partnerin den Bereich Pflegewirtschaft beim Beratungsunternehmen Contec, davor war sie bei Korian Deutschland unter anderem Personalchefin. In Führungspositionen arbeitete sie außerdem bei Curanum, der Diakonie Neuendettelsau sowie der Augustinum Gruppe. Lettenmeier studierte Germanistik und Kommunikationswissenschaften und hatte, bevor sie in die Altenpflege kam, verschiedene Positionen im Bereich Redaktion, PR und Journalismus inne. Eva Lettenmeier ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und lebt in München und Berlin.