Tägliche News für das Management von Pflege und Wohnen im Alter

19. Januar 2026 | 22:06 Uhr
Teilen
Mailen

Diakonische Betreuung in Wetterau ist insolvent

Die Diakonie Dienstleistungen Wetterau (DDLW) mit Sitz im hessischen Nidda nördlich von Frankfurt hat am 16. Januar Insolvenzantrag gestellt. Sie bietet seit 16 Jahren häusliche Alltags- und Demenzbegleitung an. Gut 200 pflegebedürftige Menschen versorgt der Träger im Wetteraukreis sowie in der Stadt Nidda. Ursache für die Insolvenz sei, so der gemeinnützige Träger "eine seit Jahren bestehende Unterfinanzierung infolge gedeckelter Vergütungssätze" für Betreuungsleistungen.

Kostensteigerungen von 27 bis über 30 Prozent seien nicht refinanziert worden, heißt es bei dem diakonischen Träger 

Kostensteigerungen und der Wegfall eines städtischen Zuschusses hätten ihr Übriges getan. Wie es für Klienten und die 48 Mitarbeiter weitergeht, sei offen. 

Die Angebote der DDLW ergänzen die Arbeit ambulanter Pflegedienste und Sozialstationen. Sie umfassen Unterstützung im Alltag, Entlastung von Angehörigen sowie Begleitung von Menschen mit Demenz. Nach Angaben der Geschäftsführung sind mehr als 60 Prozent der betreuten Menschen über 80 Jahre alt, drei Viertel haben mindestens Pflegegrad 2.

Ursache der Insolvenz ist, so der Träger, eine strukturelle Unterfinanzierung. In Hessen sind die Vergütungssätze für Betreuungsleistungen seit Oktober 2021 gesetzlich gedeckelt – bei gleichzeitig steigenden Personal-, Energie- und Sachkosten. "Kostensteigerungen von 27 bis über 30 Prozent bleiben unfinanziert", sagt der ehrenamtliche Geschäftsführer Gerhard Wolf.

Stadt Nidda stoppt jährlichen Zuschuss von 30.000 Euro  

Der Wetteraukreis hatte seine Zuschüsse zuletzt erhöht und will sich auch 2026 beteiligen. In Nidda hingegen wurde ein städtischer Zuschuss für 2026 abgelehnt. Zuvor hatte die Stadt in den Jahren 2024 und 2025 jeweils 30.000 Euro bereitgestellt, die von den Pflegekassen verdoppelt wurden. Mit dem Wegfall dieser Mittel entstand laut Träger eine Finanzierungslücke von rund 60.000 Euro.

Die Insolvenz bedeutet nach Angaben der DDLW nicht zwangsläufig das Ende des Angebots. Die Diakonie gibt den Sicherstellungsauftrag formal an die öffentliche Hand zurück, um Raum für neue Lösungen schaffen. 

Newsletter kostenlos bestellen

Ja, ich möchte den Newsletter täglich lesen. Ich erhalte ihn kostenfrei und kann der Bestellung jederzeit formlos widersprechen. Meine E-Mail-Adresse wird ausschließlich zum Versand des Newsletters und zur Erfolgsmessung genutzt und nicht an Dritte weitergegeben. Damit bin ich einverstanden und akzeptiere die Datenschutzerklärung.