Ausgaben für Hilfe-zur-Pflege steigen um über 13 Prozent
Die kommunal finanzierte Hilfe-zur-Pflege ist 2025 so stark gestiegen wie kein anderer großer Posten der Sozialhilfe: Die Ausgaben legten um 13,3 Prozent auf sechs Milliarden Euro zu. Ihr Anteil an den gesamten Sozialhilfeausgaben kletterte auf fast 28 Prozent. Städtetagspräsident Burkhard Jung kritisiert, dass die Sozialämter zunehmend die Pflege mitfinanzieren müssen, und fordert einen Deckel für die Eigenbeteiligung und eine Pflegevollversicherung.
Insgesamt gaben die Sozialhilfeträger 2025 netto 21,5 Milliarden Euro aus, rund sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Die Hilfe-zur-Pflege stieg besonders stark. Von 2024 auf 2025 kletterten die Ausgaben um 13,3 Prozent auf sechs Milliarden Euro. 2022 entfielen noch rund 24 Prozent auf diesen Bereich, 2025 sind es gut 4 Prozentpunkte mehr. Zum Vergleich: Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung wuchs 2025 nur um knapp 3 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro; ihr Anteil an den gesamten Sozialhilfeausgaben sank weiter auf 55 Prozent.
Der Deutsche Städtetag sieht darin ein strukturelles Problem. Präsident Burkhard Jung sagt: "Es kann doch nicht sein, dass das Sozialamt zur Regelfinanzierung der Pflege wird", sagt der Leipziger Oberbürgermeister gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung. Er fordert, die Eigenanteile der Bewohner zu deckeln und langfristig eine Pflegevollversicherung einzuführen.
Der Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) findet den Vorschlag aus Sicht der Kommunen zwar nachvollziehbar, warnt aber davor, das Finanzierungsproblem lediglich zu verschieben. Auch die Pflegeversicherung schreibe hohe Defizite und zusätzliche Steuermittel seien nicht in Sicht, sagt Hauptgeschäftsführer Thomas Knieling. Nötig sei deshalb eine Gesamtstrategie, die Finanzierung und Versorgung gemeinsam löse. Die Zahlungsmoral der Städte und Kommunen bei der Hilfe-zur-Pflege bezeichnet der VDAB-Mann als "zusätzlichen Risikofaktor".