News für das Pflegemanagement

Bleiben Praktiker bei der Pflegestrukturkommission außen vor?

Der Pflegebranche droht neuer Ärger aus Berlin. Die großen Hoffnungen auf eine echte Pflegereform, die gemeinsam mit Menschen aus der Praxis entwickelt wird, könnten bereits zu Beginn einen herben Dämpfer erhalten. Laut einem Bericht des Tagesspiegels soll die Pflegestrukturkommission ausschließlich aus Wissenschaftlern bestehen.

Die Koalition streitet noch über die Zielvorgaben für die Kommission. Über ihre Zusammensetzung sei man sich jedoch bereits näher gekommen, schreibt der gewöhnlich gut informierte Tagesspiegel Background Gesundheit & E-Health (Abo): „Das Gremium soll acht bis maximal zwölf Personen stark sein, keine Verbandsmitglieder und auch keine Ländervertreter enthalten.” Die Besetzung soll seitens der Regierung bestimmt werden und ausschließlich aus Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen bestehen.

Sollte es wirklich so kommen, wären diejenigen, die Pflege am Ende organisieren und leisten, bei der Gestaltung der Reform außen vor. Alle Hoffnungen auf eine praxistaugliche Pflegereform wären geplatzt. Pflegeverbände und Organisationen dürften Sturm laufen und das Vertrauen in die Regierung weiter sinken. Auch die Bundesländer, die am Ende für die Pflegeversorgung in der Fläche verantwortlich sind, haben an dem Tisch keinen Platz. Sie würden schon deshalb den Vorschlägen der Kommission von Anfang an kritisch gegenüberstehen.

Was die Besetzung der Pflegestrukturkommission angeht, werden bereits Namen von Wissenschaftlern gehandelt. Laut Tagesspiegel sind der Bremer Gesundheitsökonom Heinz Rothgang, der Bonner Rechtswissenschaftler Gregor Thüsing, die Wolfsburger Pflege- und Rehabilitationswissenschaftlerin Martina Hasseler und die Pflegewissenschaftlerin Gabriele Meyer von der Universität Halle im Gespräch.

Thomas Hartung