Die mit 2.589 Personen größte Gruppe der Jobsuchenden auf der Berliner Job-Plattform stammt aus Syrien, was einem Anteil von gut zwölf Prozent entspricht. Es folgen die Ukraine, die Türkei und Afghanistan. Auch Indien, Polen, Rumänien und Marokko zählen zu den wichtigsten Herkunftsländern.
"Die Analyse zeigt, dass es viele Fachkräfte aus Krisenregionen gibt, die aktiv nach neuen Stellen suchen und somit dem Fachkräftemangel entgegenwirken", sagt Pflegia-Gründer Felix Westphal. Ein weiterer Vorteil ist, dass viele Pflegekräfte aus Krisen- und Konfliktländern ihre Sprachkenntnisse als gut einschätzen. So erreichen mehr als die Hälfte der Bewerber aus Afghanistan und fast die Hälfte aus Syrien nach eigener Aussage ein mittleres bis hohes Sprachniveau.
Westphal warnt jedoch vor den Konsequenzen migrationspolitischer Verschärfungen. Bei einer erleichterten Abschiebepraxis könnten viele dieser Arbeitskräfte dem deutschen Pflegesystem verloren gehen. "Diese Menschen wollen arbeiten, bringen Qualifikationen mit und sprechen mehrheitlich bereits gut Deutsch." Ein Wegfall dieser Gruppe würde den bereits bestehenden Fachkräftemangel in der Pflege weiter verschärfen.
