Die Dorea-Gruppe war im April wegen stark gestiegener Kosten für Personal, Energie, Miete und Material unter den Schutzschirm des Insolvenzrechts geschlüpft, um sich wirtschaftlich neu aufzustellen. Nun, nach einem halben Jahr, ist die Restrukturierung abgeschlossen. Nachdem die Gläubiger die von Dorea vorgelegten Sanierungspläne einstimmig angenommen haben, hat das zuständige Amtsgericht Berlin-Charlottenburg am Montag das Eigenverwaltungsverfahren offiziell aufgehoben, heißt es in einer Pressemitteilung.
Dorea wird vom bisherigen Gesellschafter, dem französischen Konzern Groupe Maisons de Famille, fortgeführt, allerdings deutlich geschrumpft. Von ursprünglich 76 Pflegeeinrichtungen in Deutschland blieben Dorea nur 43 Standorte übrig. 31 Einrichtungen hat Dora an andere Betreiber abgegeben. Für zwei Pflegeheime fand sich kein neuer Betreiber, sie wurden geschlossen. Dabei handelt es sich um Häuser in Osterode und Jerxheim, beide in Niedersachsen.
Kern der Sanierung ist eine Investorenlösung unter der Führung des bisherigen Gesellschafters Groupe Maisons de Famille. Der Gesellschafter übernimmt ein Paket von 43 stationären Einrichtungen, neun ambulanten Diensten sowie Tagespflegen und Einrichtungen des Betreuten Wohnens und stellt neue finanzielle Mittel bereit. Die neue Dorea-Gruppe beschäftigt noch 3.700 Mitarbeiter.
Dorea-CEO von Horstig lobt das Engagement der Beschäftigten der Dorea-Gruppe. "Die Kolleginnen und Kollegen in unseren Einrichtungen und in der Zentrale haben in einer schwierigen Situation kühlen Kopf bewahrt und sich die ganze Zeit auf das Wesentliche konzentriert: Die Versorgung unserer Bewohnerinnen und Bewohner." Das sei ganz entscheidend für den Erfolg der Restrukturierung gewesen. Die Mitarbeiter der abgegebenen Einrichtungen wurden weitgehend übernommen.
Thomas Hartung
