An der bundesweiten Online-Umfrage der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) beteiligten sich knapp 3.600 Organisationen aus allen Bundesländern. Mehr als 60 Prozent bewerten das soziale Angebot in ihrer Region bereits heute als nicht oder nur teilweise ausreichend.
Hinzu kommt: Über 80 Prozent erwarten, Leistungen einschränken oder ganz einstellen zu müssen. 28 Prozent rechnen sogar mit vollständigen Angebotswegfällen. Bereits jetzt mussten 65 Prozent ihre Leistungen reduzieren und 20 Prozent ihre Angebote komplett schließen. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
70 Prozent glauben, dass auch das Ehrenamt zurückgehen wird
Die Altenhilfe zählt neben der Jugend- und Eingliederungshilfe zu den am stärksten vertretenen Arbeitsfeldern unter den Befragten. Steigende Lohn- und Sachkosten sowie ein wachsender Bedarf können laut den Trägern kaum ausgeglichen werden.
Die Folgen reichen über einzelne Einrichtungen hinaus. "Wenn Angebote und Dienste aus Kostengründen eingestellt werden müssen, würde das die soziale Infrastruktur des Sozialraums gefährden", schreiben die Autoren. Knapp 70 Prozent erwarten zudem, dass mit dem Abbau hauptamtlicher Strukturen auch freiwilliges Engagement zurückgeht. Ehrenamt lasse sich nicht als Ersatz für professionelle Angebote einsetzen, sondern sei auf tragfähige Strukturen angewiesen.
Zur Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege gehören Arbeiterwohlfahrt (AWO), Deutscher Caritasverband, Der Paritätische, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Deutschland und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland.
