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21. August 2026 | 07:00 Uhr
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Warum AGVP-Frau Halletz gern einen Türsteher treffen würde

Isabell Halletz ist ordentlich herumkommen, hat in Kalifornien und Kambodscha gearbeitet. Ihre Weltoffenheit hat sie sich als Geschäftsführerin des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP) bewahrt: Sie würde gern türkisch lernen, auch hätte sie Lust, Sven Marquardt zu treffen, den Fotografen und legendären Türsteher des Berliner Clubs Berghain, verrät sie in unserem Fragebogen "Persönlich". Mit ihm würde die 42-Jährige über die gemeinsame Erfahrung als Ostdeutsche reden, aber auch – wie könnte es anders sein – über sein Engagement im Ausland.

Isabell Halletz schaltet am liebsten auf dem Rad ab 

Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Tierärztin. Zu Tieren hatte ich schon immer einen besonderen Zugang und ich bin mit einem kleinen Zoo aufgewachsen.

Wie sind Sie in die Altenpflege gekommen? 
Durch meine damalige Professorin, Prof. Dr. Anja Lüthy. Sie hatte erfahren, dass der Verband privater Kliniken und Pflegeeinrichtungen Berlin-Brandenburg personelle Unterstützung suchte. Obwohl ich bis dato kein Fachwissen in der Pflege hatte, war ich einfach gut im Bewerbungsgespräch und die Passende für die Referentenstelle. Ich habe mir das Fachwissen "on the job" angeeignet und dabei in den ersten Jahren wunderbare kollegiale Unterstützung – von den damaligen Mitgliedern und auch von Kolleginnen und Kollegen anderer Verbände – erfahren. Davon profitiere ich bis heute.

Was lieben Sie an Ihrem Job?
Dass er so vielfältig ist. Kein Tag ist wie der andere und was man morgens plant, muss man meist im Laufe des Tages wieder neu strukturieren. Die Pflege ist nicht nur ein Beruf mit Zukunft, sondern auch eine Branche, in der so viel Entwicklung passiert. Stolz macht mich, wenn Punkte in ein Gesetz einfließen, die wir eingebracht haben. Und ich liebe den Austausch mit den Mitgliedern und anderen Verbänden. Diese Vielfalt an Erfahrungen und an Ideen bringen sehr viel Dynamik in den Job.

Was nervt Sie am meisten? 
Extrem kurze Stellungnahmefristen und dass die Pflege oftmals nur als Randthema behandelt wird. Die Komplexität des Systems schreckt viele ab, insbesondere in der Politik. Pflege ein Thema, mit dem man keine Wahl gewinnt, musste ich mir schon öfters anhören. Doch es ist ein Thema, das die Menschen und damit die Wähler jeden Tag zunehmend beschäftigt. Kann ich mir Pflege überhaupt noch leisten? Wo kann ich im Fall der Fälle gepflegt werden? Diese Fragen müssen Politikerinnen und Politiker endlich ernst nehmen und konkret beantworten.  

Ein Jahr Auszeit – was würden Sie machen? 
Eine gute Frage. Ich wollte schon seit Längerem türkisch oder eine der arabischen Sprachen lernen. Dafür würde sich die Auszeit anbieten und ich würde für meinen ersten Ironman trainieren.

Wie schalten Sie ab? 
Am liebsten auf dem Rad. Und am Wochenende auch gern mal am See.

Welches Buch lesen Sie gerade? 
"Der erste letzte Tag" von Sebastian Fitzek. Mal kein Krimi, aber eine genauso spannende Story mit unerwarteten Wendungen. Definitiv eine Leseempfehlung.

Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen? 
22 Bahnen – absolut sehenswert.

Ihr Lieblingsessen? 
Da gibt es keine spezielle Küche. Gern international. Libanesisch, persisch, marokkanisch und südostasiatische Küche – gern scharf.

Wohin geht’s im nächsten Urlaub? 
Nach Mallorca in ein Ferienhaus in einen kleinen Ort mit wenig Tourismus, Bergen und einer schönen kleinen Badebucht.

Wen würden Sie gerne mal treffen und warum? 
Sven Marquardt. Er ist eine Berliner Institution – im Nachtleben als Türsteher im legendären Berghain, aber auch als Fotograf. Er ist, genau wie ich, in Ostdeutschland geboren und ich fände es spannend zu erfahren, wie er auf sein Leben zurückblickt und was ihn in den Jahren besonders geprägt hat. Zudem fördert er Kunst und Kultur im Ausland und arbeitet dafür mit dem Goethe Institut zusammen.

Wie und wo wollen Sie alt werden?
Mein Traum ist schon immer, irgendwann ein Haus am See zu besitzen, oder auch am Meer. Mit dem Blick aufs Wasser aufzuwachen, die Wellen rauschen zu hören, mitten in der Natur zu sein und irgendwann dort für immer einzuschlafen, wäre großartig.

Isabell Halletz,1984 in Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern geboren, zog es früh ins Ausland: Nach dem Abitur in Potsdam verbrachte sie ein Jahr als Au-pair in Kalifornien, später, von 2014 bis 2016 war die Diplom-Betriebswirtin im Auftrag der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) Beraterin in Kambodscha.

Ihre berufliche Laufbahn begann sie 2009 als Referentin für Altenpflege und Rehabilitation beim Verband privater Kliniken und Pflegeeinrichtungen Berlin-Brandenburg, seit 2016 ist sie Geschäftsführerin des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP). Seit 2018 ist sie außerdem Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft Ausländische Pflegekräfte. Sie sitzt in zahlreichen Gremien und Beiräten auf Bundes- und Landesebene und ist Aufsichtsrätin bei Korian Deutschland. 

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