Nur etwa drei Prozent der anspruchsberechtigten Pflegebedürftigen in Berlin greifen auf diese Angebote zurück, wie die Umfrage zeigt, an der sich bisher 180 pflegende Angehörige beteiligt haben. Dabei bewerten rund 90 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer die Leistungen als gut oder sehr gut. Die Probleme liegen demnach weniger in der Qualität, sondern im Zugang und in der Inanspruchnahme. Parallel dazu gibt rund ein Drittel der pflegenden Angehörigen an, an oder über der Belastungsgrenze zu sein.
Die steigenden Eigenanteile schrecken Pflegebedürftige und ihre Angehörigen ab
Die Diskrepanz fällt auch vielen Branchenkennern auf. So beobachtet Jan Grabow, Geschäftsführender Partner beim Beratungsunternehmen Curacon, dass Pflegebedürftige in der ambulanten Versorgung immer häufiger nicht bereit seien, "höhere Kostenbelastungen aus wachsenden Eigenanteilen zu tragen". Die Zuschüsse der Pflegekassen könnten mit den verteuerten Entgelten, die sich unter anderem aus steigenden Personal- und Sachkosten ergeben, nicht Schritt halten.
