News für das Pflegemanagement

Insolventer Sonnenhof nahe Rinteln ist gerettet

Das insolvente Seniorenheim Sonnenhof im niedersächsischen Obernkirchen hat einen neuen Betreiber. Die Serenus Obernkirchen GmbH übernimmt die Einrichtung nahe Rinteln, die wegen Personalmangels, Leiharbeit und sinkender Belegung in Schieflage geraten war. Doch die Probleme sind nicht gelöst: Von 125 Plätzen sind nur 55 belegt, zudem bemängelt die Heimaufsicht eine zu niedrige Fachkraftquote.

Die neuen Betreiber Christoph Isermeyer und Boris Matuszczak haben den Geschäftsbetrieb rückwirkend zum 1. Oktober übernommen, berichtet die Schaumburger Zeitung (Abo). Insolvenzverwalter Stephan Höltershinken hatte nach der Insolvenz der Obernkirchener Altersheim gGmbH im März einen Käufer gesucht. Insgesamt meldeten sich elf Interessenten, fünf kamen in die engere Auswahl.

Der Sonnenhof gehörte zuvor zur Diakonie Schaumburger Land. Die Einrichtung war durch Personalmangel, hohe Krankenstände und teure Leiharbeit in finanzielle Schwierigkeiten geraten, wie Care vor9 im März berichtete. Allein 2025 musste der Träger rund 500.000 Euro zusätzlich für Leiharbeitskräfte ausgeben. Gleichzeitig konnte das Heim wegen fehlenden Personals weniger Bewohner aufnehmen, so sanken die Einnahmen. Auch die Streichung des Weihnachtsgeldes konnte die Insolvenz nicht verhindern.

Die Käufer haben bereits zwei Pflegeheime stabilisiert

Die neuen Betreiber wollen die Belegung bis Sommer 2027 von derzeit 55 auf 80 bis 90 Bewohner steigern. Dafür müssen sie zusätzliche Pflegefachkräfte und Pflegehelfer gewinnen. Die Heimaufsicht hat bereits beanstandet, dass die vorgeschriebene Fachkraftquote derzeit nicht erreicht wird.

Isermeyer und Matuszczak haben nach eigenen Angaben bereits zwei Pflegeheime aus wirtschaftlichen Krisen geführt. Im Sonnenhof wollen sie neben der wirtschaftlichen Stabilisierung auch das Betreuungsangebot ausbauen und mehr Veranstaltungen für die Bewohner organisieren.