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8. April 2026 | 07:00 Uhr
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Am 15. April muss Warken zur Pflege Farbe bekennen

Die Ausgaben der Pflegeversicherung sind im Jahr 2024 um vier Prozentpunkte stärker gestiegen als die des Gesundheitssystems insgesamt. Dadurch erhöht sich der Reformdruck in der Pflegepolitik weiter. Für den Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB) zeigt dies, wie dringend es ist, dass Gesundheitsministerin Nina Warken (Foto) dem Gesundheitsausschuss des Bundestags am 15. April im Rahmen des "Zukunftspakts Pflege" konkrete Vorschläge zur Pflegeversorgung und -finanzierung liefern muss.

Am 15. April soll Gesundheitsministerin Nina Warken ihren Plan für die Pflege vorlegen

Laut Zahlen des Statistischen Bundesamts stiegen die Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung im Jahr 2024 um 11,3 Prozent auf 64,7 Milliarden Euro. Damit legten sie deutlich stärker zu als die gesamten Gesundheitsausgaben, die um 7,6 Prozent auf 538,2 Milliarden Euro stiegen. Treiber dieser Entwicklung sind vor allem höhere Leistungen wie Pflegegeld, Sachleistungen und Zuschläge für stationäre Eigenanteile. Beim Statistischen Bundesamt geht man davon aus, dass die Ausgaben auch 2025 erneut deutlich steigen werden.  

Diese Zahlen machen deutlich, dass die Pflege einen ebenso detaillierten Plan wie die gesetzliche Krankenversicherung braucht, so VDAB-Geschäftsführer Thomas Knieling. "Die Vorschläge der GKV-Kommission, die auf mehr als 480 Seiten 66 tiefgreifende Lösungen bieten, könnten auch für die Pflege wegweisend sein. Sie zeigen, wie die Milliardendefizite der Krankenkassen angegangen werden könnten."

Der Bundestag hatte im März angekündigt, dass Ministerin Warken am Mittwoch, 15. April, den Abgeordneten im Gesundheitsausschuss Rede und Antwort stehen werde – auch zum Zukunftspakt Pflege. Knieling zufolge müsse die Ministerin dann klare politische Ziele formulieren und "aus den Vorschlägen beider Kommissionen konsistente, tragfähige Reformen ableiten, die den Pflegeeinrichtungen unter anderem mehr Handlungsspielräume und Planbarkeit geben".

"Die beiden zentralen Herausforderungen bleiben bis jetzt ungelöst", so Knieling. "Wie lässt sich eine generationengerechte Finanzierung sichern und wie kann eine flächendeckende Versorgung trotz des anhaltenden Fachkräftemangels gewährleistet werden?" Die Pflege müsse die starren Versorgungsstrukturen endlich überwinden. "Nur durch eine Reduzierung der regulatorischen Hürden und die Schaffung unternehmerischer Freiheiten können Pflegeeinrichtungen besser auf die wachsenden Herausforderungen reagieren."

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