Baden-Württemberg beschleunigt Verfahren für Zuwanderer
Ein Jahr nach dem Start zieht Baden-Württemberg eine positive Bilanz für seine Landesagentur für die Zuwanderung von Fachkräften (LZF): Sie beschleunigt Verfahren deutlich, vor allem, weil es jetzt Vorababstimmungen gibt. Damit können Pflegekräfte und andere Fachkräfte schneller ein Visum beantragen und früher in den Job starten. Zentrale Fachkräftestellen gibt es inzwischen in mehreren Bundesländern. Baden-Württemberg geht aber weiter als viele andere, denn dort ist die Beratung zur Berufsanerkennung in die Behörde eingebunden.
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Ausländische Fachkräfte müssen in Baden-Württemberg nicht mehr lange warten, bis sie arbeiten können
Die LZF bündelt erstmals ausländerrechtliche Prüfung und Beratung zur Berufsanerkennung in einer Stelle. So sind die Abläufe für Arbeitgeber planbarer und weniger Abstimmungen mit Behörden nötig. Die vollständig digitale Antragstellung und feste Ansprechpartner sorgen zusätzlich für Tempo. Rund 3.000 Anträge, 1.500 Vorabzustimmungen hat die Behörde bisher erledigt, im Schnitt dauert es nur 22 Tage bis zur Entscheidung.
Auch andere Bundesländer ziehen beim beschleunigten Fachkräfteverfahren nach: In Niedersachsen arbeitet seit Kurzem ebenfalls eine zentrale Stelle für internationale Fachkräfte. Dort wurden bereits über 900 Anträge gestellt und mehr als 400 Verfahren abgeschlossen. Die Vorabzustimmung erfolgt im Schnitt nach zweieinhalb Wochen. Anders als in Baden-Württemberg koordiniert die Stelle vor allem die Verfahren und stimmt sie mit Anerkennungsstellen ab – sie führt die Anerkennungsprozesse aber nicht selbst durch.