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21. Januar 2024 | 17:04 Uhr
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Bayern-Studie macht wenig Hoffnung auf genug Pflegenachwuchs

Noch vor 2030 werde die Zahl der Pflegeauszubildenden die der aus Altergründen ausscheidenden Pflegekräfte nicht mehr ersetzen können. Dieser Kipppunkt ist eine Erkenntnis des aktuellen Pflege-Monitorings der Vereinigung der Pflegenden in Bayern (DdPB). Für die Studie wurden 420 Einrichtungen zu ihrem Personalbedarf und ihren Einschätzungen befragt. Viele haben Probleme, Stellen zu besetzen und die neue Personalbemessung dürfte die Lage nicht entspannen.

Pflegekraft Azubi Pflegeschule Pfleger Foto iStock BongkarnThanyakij

Eine neue Studie aus Bayern zeigt, dass der Nachwuchs in der Pflege nicht ausreicht

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Es wundert nicht, dass in den Augen der bayerischen Pflegeeinrichtungen das Personalthema die zentrale Herausforderung ist. Nur einer von zehn Betrieben sagt, die Anzahl der Bewerbungen erlaube ihnen "eine individuelle Personalauswahl". Zwei Drittel der Einrichtungen brauchen länger als drei Monate, um eine Stelle wieder oder neu zu besetzen. Knapp die Hälfte verneint die Aussage, dass die aktuelle Personalausstattung ihrem tatsächlichen Bedarf entspricht. 70 Prozent Pflegeeinrichtungen sagen, sie hätten aufgrund fehlendem Pflegepersonal Versorgungsanfragen oder Heimplätze ablehnen müssen.

Von der neuen Personalbemessung (PePeM) scheinen die Pflegeeinrichtungen wenig Entlastung zu erwarten. 60 Prozent glauben nicht, dass dadurch der Beruf des Pflegefachhelfers attraktiver wird. 85 Prozent erwarten dennoch, dass der Bedarf an Pflegefachhelfern steigt, fast 60 Prozent sehen das aber auch für die Pflegefachkräfte. Zunächst beschert die PePeM den stationären Einrichtungen Hausaufgaben. "Wir gehen davon aus, dass aufgrund des neuen Pflegequalifikationsmix eine Neukonzeption aller Stellenbeschreibungen in der Pflege nötig sein wird", sagen immerhin 90 Prozent.

Rund 30 Prozent der Einrichtungen haben im vergangenen Jahr ausländische Fachkräfte anwerben können. Doch das läuft keineswegs glatt über die Bühne. Mit der Integration von Pflegefachkräften aus dem nicht-europäischen Ausland haben zwei Drittel Probleme. Unter den Pflegediensten läuft es nur bei zehn Prozent problemlos, bei stationären Einrichtungen immerhin bei jeder dritten. In Krankenhäusern liegt der Wert deutlich höher. Insgesamt gelingt es aber nur knapp 40 Prozent, ausländische Pflegekräfte nach ihrer Berufsanerkennung auch zu halten.

Die gesamte Studie Monitoring Pflegepersonalbedarf Bayern 2023 mit 250 Seiten kann kostenlos beim VDPB eingesehen und heruntergeladen werden.

Thomas Hartung

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