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11. Juli 2024 | 07:00 Uhr
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Mailen

Eigenanteil für einen Pflegeplatz steigt bis auf 3.200 Euro

Die finanzielle Belastung von Bewohnern der stationären Langzeitpflege ist in den vergangenen zwölf Monaten noch einmal deutlich um acht Prozent gestiegen. Im bundesweiten Durchschnitt müssen Pflegebedürftige jeden Monat 2.871 Euro aus der eigenen Tasche zahlen. Der Eigenanteil schwankt je nach Bundesland, in Nordrhein-Westfalen ist er mit monatlich 3.200 Euro am höchsten. Dies geht aus einer Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (VdEK) zum 1. Juli hervor.

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Die Eigenanteile für Pflegebedürftige sind in den letzten zwölf Monaten weiter gestiegen

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Der durchschnittliche monatliche Eigenanteil von 2.871 Euro gilt für das erste Aufenthaltsjahr im Pflegeheim, was einen Anstieg von 211 Euro im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Im zweiten Jahr sinkt der Eigenanteil auf 2.620 Euro wegen höherer Zuschüsse der Pflegeversicherung. Doch auch dies sind 233 Euro mehr. Im dritten Jahr kommen 2.284 Euro zusammen, was 169 Euro mehr sind als im Vorjahr. Ab dem vierten Jahr sinkt der Eigenanteil auf 1.865 Euro, eine Erhöhung um 91 Euro.

NRW am teuersten, Sachsen-Anhalt am günstigsten

Regional gibt es erhebliche Schwankungen. Mit 3.200 Euro pro Monat ist der Eigenanteil im ersten Jahr in Nordrhein-Westfalen am höchsten. Es folgen Baden-Württemberg mit 3.180 Euro und das Saarland mit 3.166 Euro. Am günstigsten ist ein Pflegeplatz in Sachsen-Anhalt. Hier liegt die Zuzahlung im ersten Jahr bei 2.373 Euro, über 800 Euro weniger als in Nordrhein-Westfalen. Mecklenburg-Vorpommern ist mit 2.472 Euro zweitgünstigster, gefolgt von Niedersachsen mit 2.528 Euro. Die kompletten Tabellen des VdEK können Sie von der Care-vor9-Website herunterladen.

Der Eigenanteil setzt sich aus den Kosten für Unterkunft und Verpflegung (bundesweit durchschnittlich 955 Euro pro Monat), den Investitionskosten (490 Euro) und dem einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE) zusammen, der vor allem die Kosten für das Pflegepersonal umfasst (1.678 Euro). Die Pflegekasse gewährt Zuschüsse zum EEE, im ersten Jahr 15 Prozent, die mit zunehmender Aufenthaltsdauer steigen und dadurch die Eigenbeteiligung reduzieren.

VdEK-Chefin Ulrike Elsner kritisiert die hohen Eigenanteile und verweist auf die Verantwortung der Bundesländer, die gesetzlich vorgesehenen Investitionskosten zu übernehmen. Das würde die Bewohner schon mal um 490 Euro pro Monat entlasten. Auch die Ausbildungskosten von Pflegekräften seien eine staatliche Aufgabe und sollten nicht von den Pflegeheimbewohnern getragen werden. Dies würde die Belastung um weitere 112 Euro pro Monat senken.

"Pflegeplätze werden zum Luxusgut"

"Die gestiegenen Pflegeplatzkosten überraschen niemanden. Steigende Sachkosten sowie höhere Pflegelöhne treiben die Preise", sagt Thomas Greiner, Präsident des Arbeitgeberverbands Pflege. "Das Trio Giffey-Spahn-Heil hat den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen mit dem Versprechen, höhere Pflegelöhne gäbe es zum Nulltarif, Sand in die Augen gestreut. Die jetzige Regierung ignoriert das Problem. Pflegeplätze werden zunehmend zum Luxusgut", kommentiert Greiner.

Thomas Hartung

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