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18. Juli 2023 | 16:13 Uhr
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Eigenanteil in Pflegeheimen steigt auf über 2.500 Euro

Die finanzielle Belastung der Bewohner von stationären Pflegeeinrichtungen wird immer größer. Laut dem Verband der Ersatzkassen (VDEK) lag die monatliche Eigenbeteiligung am 1. Juli bei durchschnittlich 2.548 Euro im ersten Jahr des Aufenthalts. Das sind 16 Prozent oder 348 Euro mehr als noch vor einem Jahr. Vor dem Hintergrund der neuen Personalbemessung rechnet der VDEK bis zum Jahresende mit einem weiteren Anstieg.

Leere Brieftasche Portemonnaie iStock Suriyawut Suriya.jpg

Durch stark steigende Eigenanteile ist das Portemonnaie von Pflegeheimbewohnern irgendwann leer

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Zwar zahlen die Pflegekassen nach dem ersten Jahr im Pflegeheim gestaffelt einen höheren Zuschlag, das ändert am starken prozentualen Anstieg der Eigenteile aber kaum etwas. So werden im zweiten Jahr des Aufenthalts pro Monat im Durchschnitt 2.299 Euro für den sogenannten Einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE) fällig. Das sind ebenfalls 15 Prozent mehr als vor einem Jahr.

"Obwohl die Pflegekassen in diesem Jahr insgesamt wohl mehr als vier Milliarden Euro für die Zuschüsse ausgeben werden, hat der EEE damit für Pflegebedürftige, die bis zu zwei Jahre im Pflegeheim sind, bereits das Niveau von vor der Einführung der Zuschüsse deutlich überschritten", rechnen die Ersatzkassen vor.

Personalbemessung sorgt für weitere Steigerung

Grund für die starke Erhöhung des EEE sei vor allem die seit September 2022 geltende Tariftreue-Regelung. "Vor dem Hintergrund der aktuellen Tarifentwicklung und der seit 1. Juli umzusetzenden neuen Personalbemessung in der Pflege ist davon auszugehen, dass der EEE bis zum Jahresende weiter ansteigt", prognostizieren die Kassen.

Der VDEK sei für faire Löhne und eine angemessene Personaldecke. "Es kann aber nicht sein, dass die stetig steigenden Kosten zum Großteil von den Pflegebedürftigen geschultert werden müssen", sagt Vorstand Jörg Meyers-Middendorf. "Wenn der Aufenthalt im Pflegeheim von immer mehr Menschen nicht mehr bezahlt werden kann, läuft etwas gründlich schief." 

Länder sollen Investitionskosten übernehmen

Das Pflegegesetz helfe kaum und mildere den Trend nur kurzfristig ab. Viel mehr sollten die Bundesländer "endlich zur Übernahme der Investitionskosten für die Pflegeeinrichtungen" verpflichtet werden. "Das würde die Pflegebedürftigen ad hoc um durchschnittlich 477 Euro pro Monat entlasten."

Regional ist der Eigenanteil übrigens recht unterschiedlich. Mit 2.913 Euro pro Monat zahlen Pflegeheimbewohner in Baden-Württemberg im ersten Aufenthaltsjahr am meisten. Es folgen das Saarland (2.841€) und Nordrhein-Westfalen (2.901€). Am günstigsten kommen Pflegeheimbewohner in Sachsen-Anhalt weg (1.994 €).

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