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12. Dezember 2023 | 07:00 Uhr
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Mailen

In zehn Jahren eine Million Menschen in Pflegeheimen

Die Zahl der Bewohner in Pflegeheimen ist rückläufig. Der Pflegeheim Rating Report des RWI – Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung weist für das Jahr 2021 mit 793.000 Bewohnern von Pflegeheimen rund 25.000 weniger aus als 2019. Die Autoren der Studie halten den Rückgang allerdings für vorübergehend. Sie sehen langfristig einen höheren Bedarf. In zehn Jahren werde der Bedarf an Heimplätzen die Million überschreiten.

Pflegeheim Rollstuhl und Bett Foto iStock byryo.jpg

Ohne Fachkräfte bleiben Pflegeplätze in Altenheimen unbelegt

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Deutlich gestiegen ist dagegen bereits die Zahl der Pflegebedürftigen, die ambulante Dienste in Anspruch nehmen. Waren es 2019 noch etwas mehr als eine Million, zählte das Leibniz Institut 2021 schon über als 1,2 Millionen. In zehn Jahren laufe das auf 1,5 Millionen Menschen zu. 

Um die Arbeit in der Altenpflege zu stemmen, braucht es mehr Fachpersonal. Doch dessen Zahl stagniert. In der stationären Altenpflege haben 2021 rund 202.000 Pflegefachkräfte gearbeitet, so viele wie zwei Jahre zuvor. Auch in der ambulanten Pflege gab es mit 139.000 Pflegefachkräften kaum mehr als 2019. Anders bei den Beschäftigten insgesamt, die in Pflegeheimen und bei Pflegediensten immer mehr werden. 

Auslastung der Einrichtungen unter 90 Prozent

Weil in den Altenheimen Personal fehlt, bleiben viele Pflegeplätze unbelegt. Die Auslastung insbesondere in privaten Einrichtungen ist von 89,9 Prozent in 2019 auf 86,2 Prozent in 2021 gefallen. Die gemeinnützigen und kommunalen Pflegeheime stehen mit rund 92 Prozent besser da, haben aber auch fast drei Prozentpunkte eingebüßt.

Nach den Zahlen des Instituts haben im Jahr 2021 rund 14 Prozent der Pflegeunternehmen einen Verlust erwirtschaftet. Mit einer hohen "Ausfallwahrscheinlichkeit" stufen die Forscher neun Prozent der Betriebe ein. 

Kein Geld für notwendige Investitionen

Es liegt auf der Hand, dass viele Betriebe notwendige Investitionen, zum Beispiel zum Energiesparen, nicht tätigen können. Jeder vierten Einrichtung fehlen dafür die Mittel. Private Betreiber sind mit 80 Prozent noch am ehesten investitionsfähig. Von den gemeinnützig und öffentlich betriebenen Heimen sind es nur 60 Prozent. Ohne Fördermittel sehe es noch düsterer aus.

Die Handlungsempfehlungen der Experten aus der Studie sind nicht neu: Mit Prävention und Reha dafür sorgen, dass die Menschen länger selbstständig leben können. Außerdem mehr Personal ausbilden, es länger halten und durch Digitalisierung entlasten. Zudem müssten Investoren mehr Planungssicherheit haben und die Auflagen gesenkt werden, damit sie neue Pflegeheime bauten.

Für den Pflegeheim Rating Report hatte das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung die Jahresabschlüsse von rund 450 Unternehmen analysiert. Sie betreiben rund 1.800 Pflegeheime, was in etwa zehn Prozent des Marktes entspricht. 

Thomas Hartung

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