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21. November 2023 | 06:55 Uhr
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Jeder zweite Betreiber kann höhere Miete nicht refinanzieren

Nicht nur Tariftreue und Personalmangel belasten die Betriebsergebnisse der Betreiber von Pflegeeinrichtungen, steigende Mieten und hohe Energiekosten machen ihnen nicht minder zu schaffen. Dies geht aus einer Umfrage der Immobilienberatung Cushman & Wakefield unter 30 privaten, freigemeinnützigen und öffentlichen Trägern im ersten Halbjahr hervor. Jeder zweite hat Probleme, Mieterhöhungen zu refinanzieren. Eine Bürde sind für viele auch die zunehmenden Berichtspflichten.

Pflegeheim Rollstuhl und Bett Foto iStock byryo.jpg

Fehlendes Personal und steigende Mieten bringen viele Pflegeeinrichtungen in die Bredouille

Als einen großen Kostenfaktor beschreiben die Umfrageteilnehmer die Energiekosten. Sie alleine sind bei jedem zweiten Betreiber für ein Minus beim Betriebsergebnis von zweieinhalb bis fünf Prozent verantwortlich, bei einem Viertel sogar zwischen fünf bis zehn Prozent. Auch Mietpreissteigerungen durch Inflation drücken das Ergebnis. Nicht einmal jeder fünfte Betreiber gab an, die gestiegenen Kosten refinanzieren zu können, während gut die Hälfte Schwierigkeiten haben, die Zusatzkosten zu decken. Jeder dritte Träger ist bislang von höheren Mieten nicht betroffen. 

"Die Umfrageergebnisse sind ein Indikator für das Stimmungsbild am Betreibermarkt", sagt Jan-Bastia Knod, Healthcare-Spezialist bei Cushman & Wakefield. "Insbesondere kleinere Betriebe stehen angesichts von steigenden Zinsen, Personalmangel, Nachhaltigkeitszielen sowie nicht umlegbaren Energie- und Personalkosten vor organisatorischen und finanziellen Herausforderungen."

Viele zahlten schon vor der Tariftreue mehr

Das Tariftreuegesetz traf längst nicht alle Pflegeeinrichtungen. Mehr als die Hälfte der Befragten haben bereits vor seiner Einführung nach Tarif oder darüber bezahlt, rund 40 Prozent darunter. Geteilte Meinung herrscht bei der Frage, ob das Gesetz ein geeignetes Mittel im Kampf gegen den Personalmangel ist. 45 Prozent bejahen das, etwas weniger kann darin keine Verbesserung erkennen.

Die Digitalisierung im Pflegebetrieb hat für nahezu alle befragten Unternehmen eine hohe Relevanz. Eine klare Mehrheit von zwei Dritteln gibt zudem an, digitale Technologien bereits als wesentlichen Bestandteil von Geschäftsabläufen anzuwenden. Im Vordergrund stehen dabei Prozessoptimierungen, Verbesserungen der Kommunikation und das Erschließen neuer Geschäftsfelder. 

Berichtspflichten für jeden zweiten nutzlos

In den von Investoren und Eigentümern zunehmend geforderten Berichtspflichten sehen die Hälfte der befragten Betreiber eine Mehrbelastung ohne Nutzen für den Betrieb. Andererseits sehen zwei von fünf hierin eine Möglichkeit für mehr Transparenz und eine verbesserte Zusammenarbeit mit den Eigentümern. Deutlich positiver werden vertraglich bindende Nachhaltigkeitsziele in Form von Green Leases betrachtet. Drei Viertel begrüßen sie, allerdings haben bisher nur jeder siebte Umfrageteilnehmer solche Vereinbarungen in der Praxis umgesetzt.

Die Ergebnisse der Umfrage kann von der Website von Cushman & Wakefield kostenlos heruntergeladen werden.

Thomas Hartung

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