Menschen in Deutschland immer früher pflegebedürftig
Immer wieder wird der starke Anstieg der Pflegebedürftigen seit Einführung der neuen Pflegegrade diskutiert. Eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK zeigt nun, dass sich dieser Effekt bereits zwei Jahre später stabilisiert hat. Allerdings beginnt die Pflegebedürftigkeit immer früher. Der Anteil der 60- bis 69-Jährigen mit Pflegegrad ist stark gestiegen.
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Der Anteil von 60- bis 69-jährigen Pflegebedürftigen ist deutlich gestiegen
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Nach den sprunghaften Zuwächsen in den Jahren 2017 und 2018, die auf die Neudefinition der Pflegebedürftigkeit zurückzuführen sind, hat sich die Zahl der Pflegeeintritte laut einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK seit 2019 auf einem hohen Niveau eingependelt. Demnach nehmen jährlich rund 350.000 Versicherte ab 60 Jahren neu Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch. Dieser Wert ist bis 2024 konstant hoch geblieben.
Auffällig ist jedoch eine strukturelle Verschiebung: Pflegebedürftigkeit wird heute früher festgestellt. So sank das durchschnittliche Eintrittsalter von 79,5 Jahren im Jahr 2019 auf 77,9 Jahre im Jahr 2024. Besonders deutlich ist der Anstieg bei den 60- bis 69-Jährigen, deren Anteil an den Neuzugängen von 14 auf fast 20 Prozent gewachsen ist.
Gleichzeitig beginnen viele Pflegeverläufe mit niedrigeren Pflegegraden. Rund 80 Prozent der Neueintritte entfallen inzwischen auf die Pflegegrade 1 und 2. Die Analyse spricht von einem "Vorzieheffekt": Pflege wird früher erkannt, ist aber zunächst weniger schwer ausgeprägt.