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12. April 2024 | 07:00 Uhr
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Pflegeberuf stiftet viel Sinn und macht reichlich Stress

Die Stimmung unter Pflegefachkräften ist nach wie vor schlecht. 80 Prozent fühlen sich durch ihre Arbeit stark oder sehr stark belastet, viele sorgen sich um ihren Arbeitsplatz und eine Mehrheit spielt mit dem Gedanken, den Beruf an den Nagel zu hängen. Dass sie es größtenteils nicht tun, liegt wohl auch an der Erfüllung, die der Beruf den Pflegenden gibt, zeigt eine Umfrage des Allensbach-Instituts für die Pflegekammer Rheinland-Pfalz.

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Pflegekräfte fühlen sich überlastet und viele denken über einen Berufswechsel nach

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Zeitdruck und der hohe Verwaltungsaufwand sind mit Abstand und jeweils über 70 Prozent Nennungen die größten Stressfaktoren für die Pflegenden. Auch hausgemachte Probleme belasten. Organisatorische Mängel und mangelnde Wertschätzung durch Vorgesetzte macht jede zweite Pflegekraft für die starke Belastung verantwortlich. Schlechte Bezahlung nennt nur jeder Dritte, ein Wert, der in den letzten Jahren zurückging.

Jeder Dritte denkt öfter an einen Berufswechsel

Die Beschäftigten in der Altenpflege schieben einen Berg von Überstunden vor sich her. In stationären Einrichtungen sind es im Durchschnitt 92 Stunden, bei ambulanten Diensten sogar 98 Stunden. Hier habe sich seit dem Ende der Corona-Pandemie wenig getan, so Allensbach-Mann Thomas Petersen. 

Wegen der hohen Arbeitsbelastung haben drei Viertel der Pflegekräfte schon darüber nachgedacht, ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Ganz aussteigen aus dem Beruf, darüber denken 34 Prozent öfter und 39 Prozent manchmal nach. Gerade die jungen Kollegen treibt der Ausstiegsgedanke öfter um. Bei den unter 30-Jährigen sagt jeder zweite, dass er öfter darüber nachdenkt, sich einen anderen Beruf zu suchen.

30 Prozent sorgen sich um ihren Arbeitsplatz

Überraschend findet Petersen die steigende Sorge um den eigenen Arbeitsplatz. Immerhin 30 Prozent der Beschäftigten machen sich Gedanken um die Sicherheit ihres Jobs, vor zwei Jahren waren es noch 22 Prozent. Fast die Hälfe der Umfrageteilnehmer aus Pflegeheimen arbeitet in ihrem Bereich mit Leiharbeitern zusammen, und die meisten sind darüber nicht sonderlich glücklich. Fast zwei Drittel von ihnen sagen, Leiarbeiter belasten das Betriebsklima. In der ambulanten Pflege spielt Leiharbeit eine deutlich kleinere Rolle.

Allensbach fragte auch nach der Zusammenarbeit in internationalen Teams. Ein gutes Drittel der Umfrageteilnehmer berichtet von häufigen Sprachbarrieren und Verständigungsproblemen, ein weiteres Drittel sagt, diese treten gelegentlich auf. Auf Platz zwei landen Probleme mit der Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Häufige Integrationsprobleme aufgrund unterschiedlicher Kulturkreise beklagen hingegen nur 15 Prozent.

Die Umfrageergebnisse beziehen sich zwar nur auf Rheinland-Pfalz, die Stimmungslage dürfte jedoch in anderen Bundesländern ähnlich ausfallen, sagt Petersen. Sein Institut hat im Auftrag der Pflegekammer Rheinland-Pfalz mehr als 1.200 Antworten aus dem November vergangenen Jahres ausgewertet.

Thomas Hartung

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