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16. Januar 2023 | 07:00 Uhr
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Mailen

Pflegeheime werden für Investoren immer unattraktiver

In Deutschland haben 2022 Gesundheitsimmobilien für 2,4 Milliarden Euro die Eigentümer gewechselt. Damit brach das Investitionsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent ein, bei Pflegeheimen sogar um 50 Prozent, so die Analyse des Immobiliendienstleisters CBRE. Wichtigster Grund für die Zurückhaltung der Investoren seien die gestiegenen Zinsen.

Baustelle Hotel Pflegeheim Servicewohnen Foto iStock Frank Wagner

Der Markt für Gesundheitsimmobilien ist im vergangenen Jahr eingebrochen

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Die Käufe von stationären Pflegeheimen summierten sich im vergangenen Jahr auf 1,2 Milliarden Euro. Das bedeutet ein Rückgang innerhalb eines Jahres um 50 Prozent. Dennoch stellen die stationären Pflegeeinrichtungen immer noch die Hälfte des gesamten Transaktionsvolumens. 

Warum Investoren zunehmend das Interesse an Pflegeheimen verlieren, erklärt CBRE-Manager Jan Linsin mit schärferen gesetzlichen Vorschriften für Immobilien und Betrieb der Einrichtungen. Der Trend zu betreuten Wohnanlagen setze sich deshalb fort, auch wenn hier ebenfalls ein Rückgang der Investments um 35 Prozent auf 500 Millionen Euro zu verzeichnen sei. Ein Plus gab es nur bei Ärztehäusern (35%) und Rehakliniken (137%). 

Die Transaktionen mit Gesundheitsimmobilien insgesamt sind nach CBRE-Daten um 35 Prozent rückläufig. Die Zurückhaltung erklärt Linsin mit der wirtschaftlichen Unsicherheit und der Zinswende, die Investoren auf andere Geldanlagen ausweichen lasse. 

Linsin verweist allerdings darauf, dass das Transaktionsvolumen bei Gesundheitsimmobilien von 2,4 Milliarden Euro durchaus dem langjährigen Durchschnitt entspreche. "Es fehlten im vergangenen Jahr die großen Deals", sagt der Experte und nennt Vonovia, die nach der Übernahme der Deutsche Wohnen für einen Milliarden-Deal Pflegeheime verkaufte. 2022 hätten nur drei Portfolios für über 100 Millionen Euro die Eigentümer gewechselt.

Auffallend ist für CBRE die starke Zurückhaltung deutscher Investoren. Ihre Aktivität auf dem deutschen Markt habe sich halbiert auf 1,2 Milliarden Euro. Insbesondere Anleger aus Frankreich seien dagegen in Kauflaune gewesen. Sie steigerten ihr Transaktionsvolumen um 180 Prozent auf 525 Millionen Euro und stellten die größte ausländische Investorengruppe im deutschen Markt. Investoren aus Nordamerika reduzierten ihre Investments um zehn Prozent. 

"Grundsätzlich bleibt der Gesundheitsimmobilienmarkt für Investoren weiterhin attraktiv", sagt Linsin, auch wenn das Objektangebot durch die Schwierigkeiten vieler Projektentwickler bei der Finanzierung neuer Projekte weiter begrenzt bleibt. CBRE glaubt, dass der Markt ab Mitte des Jahres wieder an Dynamik gewinnen wird. Linsin hält daher ein Transaktionsvolumen von drei Milliarden für denkbar.

Thomas Hartung

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