Pflegekammer fordert Vorhaltepauschale für Pflegedienste
Die Pflegekammer Rheinland-Pfalz sieht die "flächendeckende ambulante Pflege vor dem Zusammenbruch". Ihr Präsident Markus Mai (Foto) fordert deshalb, die finanzielle Basis der ambulanten Pflegedienste zu stärken und bringt die Einführung einer Vorhaltepauschale ins Spiel, die unabhängig von den Leistungen von den Kassen finanziert werden soll.
Lisa Treusch
Pflegekammer-Präsident Markus Mai fordert eine Vorhaltepauschale für Pflegedienste
Durch Forderungsmanagement finanzielle Engpässe vermeiden
Steigende Kosten, späte Zahlungen, stockende Abläufe: Pflegedienste arbeiten in einem Umfeld, das zunehmend von Kosten- und Zahlungsdruck geprägt ist. Ein Forderungsmanagement, das Transparenz schafft, Durchlaufzeiten verkürzt und dabei unterstützt, Zahlungseingänge zu steuern, wird daher immer wichtiger. So können Pflegeanbieter Liquiditätsengpässe vermeiden und handlungsfähig bleiben. Factoring kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Care vor9
„Die ambulante Pflege in Rheinland-Pfalz befindet sich in einer ernsten wirtschaftlichen Krise“, warnt Mai. "Die Refinanzierung der Leistungen im Rahmen des SGB V und XI ist absolut unzureichend, während gleichzeitig die tariflichen Vergütungen der Mitarbeiter steigen." Dieses Ungleichgewicht gefährde die Existenz vieler Sozialstationen und habe bereits zu Insolvenzen geführt oder drohe, weitere zu verursachen.
"Die Pflegekammer fordert daher die Einführung einer 'Vorhalte- bzw. Schwankungspauschale', um sicherzustellen, dass ambulante Pflegeangebote kontinuierlich ausfinanziert werden können", so Mai. Nur die Leistungen zu vergüten, reiche nicht mehr aus. "Diese Pauschale ist notwendig, um die langfristige Stabilität der ambulanten Pflege zu gewährleisten." Daneben brauche es jetzt schnell bundesgesetzlicher Maßnahmen zur Sicherstellung der Liquidität der Pflegedienste.