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8. Januar 2024 | 07:00 Uhr
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Pflegekammer NRW will Gewalt in der Pflege eindämmen

Fast alle professionellen Pflegekräfte sagen, dass sie in ihren Beruf psychische oder körperliche Gewalt erleben mussten. Dies zeigt eine Umfrage des Gewaltpräventionsprojekts Peko. Allerdings gibt eine Mehrheit der Pflegekräfte auch zu, selbst Formen der Gewalt gegenüber Pflegebedürftigen auszuüben. "Gewalt in der Pflege ist immer noch ein Tabuthema. Das müssen wir durchbrechen", sagt Dominik Stark, Vorstandsmitglied der Pflegekammer NRW.

Gewalt Frau schützt sich mit Händen iStock Serghei Turcanu.jpg

92 Prozent der Pflegekräfte sagen, dass sie im letzten Jahr Formen von Gewalt erfahren haben

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Die aus der Befragung gewonnenen Erkenntnisse sind alarmierend. 92 Prozent der teilnehmenden Pflegekräfte haben nach eigenen Angaben in den vergangenen zwölf Monaten Gewalt im Pflegealltag erlebt. Von psychischer Gewalt berichteten 90 Prozent, von körperlicher Gewalt immer noch 69 Prozent.

Gleichzeitig gaben 70 Prozent an, selbst gegenüber Pflegebedürftigen mindestens eine Form von Gewalt ausgeübt zu haben, heißt es in einer Mitteilung der Pflegekammer Nordrhein-Westfalen. Hierbei handele es sich vor allem um Vernachlässigung, was 55 Prozent zugaben, und psychische Gewalt mit 50 Prozent Nennungen. 

Experten sollen Präventionsmaßnahmen gegen Gewalt entwickeln

Die Pflegekammer will anhand der Ergebnisse nun zum Thema aufklären, sensibilisieren und vor Maßnahmen zur Gewaltprävention umsetzen. Dafür hat sie mit dem Peko-Projekt, was für Partizipative Entwicklung und Evaluation eines multimodalen Konzepts zur Gewaltprävention steht, eine Expertengruppe gebildet. Das Gremium soll gemeinsam mit Universitäten und der Techniker Krankenkasse Vorschläge zur Gewaltprävention in pflegerischen Einrichtungen machen.

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