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13. März 2026 | 07:00 Uhr
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Was Korian-CEO Gharieb, Pumuckl und Depeche Mode verbindet

Von der Pflegefachkraft zum CEO eines der größten Pflegeanbieter Deutschlands: Der berufliche Werdegang von Korian-Chef Christian Gharieb (Foto) ist beeindruckend. Dabei wollte der 53-Jährige ursprünglich mal Radiomoderator werden. Welche Rolle Pumuckl, Harry Potter und Depeche Mode für den Liebhaber von Wohnmobilurlaub spielen, verrät er im Care-vor9-Fragebogen "Persönlich". 

Christian Gharieb hat sich bei Korian in 23 Jahren von der Pflegekraft zum CEO hochgearbeitet

Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Ich habe schon immer viel Musik gehört und fand die Arbeit beim Radio spannend. Deshalb wollte ich früher unbedingt Radiomoderator werden. Ich fand die Vorstellung schön, Menschen zu begleiten – sei es mit Musik oder mit Gesprächen.

Wie sind Sie in die Pflege gekommen?
Meine Mutter hat in der Pflege gearbeitet. Da ich sie oft in der Arbeit besucht habe, hatte ich schon früh Berührungspunkte mit dem Beruf. Mich hat beeindruckt, mit wie viel Engagement und Menschlichkeit dort gearbeitet wurde. Während meiner Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann habe ich dann nebenbei in einer Senioreneinrichtung gearbeitet und spätestens durch den Zivildienst war für mich klar, dass diese Arbeit mit und für Menschen für mich mehr Sinn stiftet als viele andere Wege.

Was lieben Sie an Ihrem Job?
Ich liebe es, in meinem Job die Zukunft der Pflege aktiv mitgestalten zu können. Gleichzeitig ist mir jedoch wichtig, den Kontakt zur Praxis nicht zu verlieren. Deshalb besuche ich unsere Häuser regelmäßig. Genau diese Nähe macht den Job für mich so besonders.

Was nervt Sie am meisten?
Am meisten beschäftigt mich, dass seit Jahren bekannt ist, wie dringend Reformen in der Pflege gebraucht werden, sich aber vieles nur sehr langsam bewegt. Gerade wenn man täglich erlebt, mit welchem Engagement Mitarbeitende arbeiten, fällt es schwer zu akzeptieren, dass strukturelle Verbesserungen oft so lange dauern. Ich wünsche mir, dass wir wegkommen von kleinen Einzelmaßnahmen hin zu Lösungen, die nachhaltig wirken und echte Entlastung schaffen.

Ein Jahr Auszeit – was würden Sie machen?
Dann würde ich mit meiner Familie die USA entdecken und die Panamericana von oben bis unten erkunden. Mich reizt daran vor allem, sich Zeit zu nehmen – nicht nur Orte zu sehen, sondern Menschen, Kultur und Lebensweisen wirklich kennenzulernen.

Wie schalten Sie ab?
Am besten schalte ich mit meiner Familie ab – sie ist mein wichtigster Ausgleich zum Beruf. Gemeinsame Zeit hilft mir, den Blick wieder auf das Wesentliche zu richten. Außerdem kann ich bei Sport, Musik – ich bin großer Depeche-Mode-Fan – und einem guten Buch neue Energie tanken.

Welches Buch lesen Sie gerade?
Mit meinem Jüngsten entdecke ich gerade die Welt von Harry Potter. Passend dazu geht es demnächst auf einen Kurztrip zum Harry Potter-Musical nach Hamburg. Für mich selbst lese ich aktuell die Känguru-Chroniken, weil ich den intelligenten Humor und den Blick auf gesellschaftliche Themen sehr schätze.

Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?
Mit der Familie haben wir vor kurzem den neuesten Pumuckl-Film im Kino gesehen. Für mich war das ein besonderer Moment, weil ich die Figur noch aus meiner eigenen Kindheit kenne und es spannend finde zu sehen, wie solche Geschichten auch heute noch Generationen verbinden.

Ihr Lieblingsessen?
Besonders die asiatisch-japanische Küche begeistert mich, vor allem Sushi und Ramen stehen ganz oben auf meiner Liste. Außerdem koche ich gerne und probiere neue Rezepte aus. Kochen ist für mich eine kreative Form des Abschaltens.

Wohin geht’s im nächsten Urlaub?
Wir reisen gerne mit dem Wohnmobil – so sind wir unabhängig und flexibel. An Pfingsten geht es nach Italien, wohin genau steht noch nicht fest.

Wen würden Sie gerne mal treffen und warum?
Ich hätte gerne Stephen Hawking getroffen. Mich beeindruckt nicht nur seine wissenschaftliche Brillanz, sondern auch seine Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen und dabei nie die Neugier zu verlieren. Ein Gespräch mit ihm wäre spannend für mich gewesen, um neue Perspektiven zu erhalten und zu erleben, wie ein außergewöhnlicher Geist über komplexe Fragen zu Raum, Zeit und das Universum denkt.

Wie und wo wollen Sie alt werden?
Das Wo ist für mich zweitrangig. Wichtig ist mir, im Alter möglichst gesund und selbstbestimmt zu bleiben. Am liebsten gemeinsam mit meiner Familie. Durch meine Arbeit sehe ich jeden Tag, wie entscheidend Selbstbestimmung und soziale Nähe für Lebensqualität sind. Genau das wünsche ich mir auch für mein eigenes Älterwerden.

Christian Gharieb ist seit Mitte des vergangenen Jahres Vorsitzender der Geschäftsführung der Korian Deutschland GmbH, die zum französischen Pflegekonzern Clariane gehört. Er arbeitet seit 23 Jahren für Korian und hat im Laufe dieser Zeit sämtliche Ebenen des operativen Managements durchlaufen: von der Pflegekraft über die Wohnbereichs-, Pflegedienst- und Einrichtungsleitung bis hin zum Regionalmanagement. Schließlich wurde er zum COO und schließlich zum CEO von Korian Deutschland ernannt. Der 53-Jährige ist außerdem als Vizepräsident des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP) aktiv. Gharieb ist verheiratet und hat drei Kinder.

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