Die Domus-Cura-Gruppe arbeitet damit weiter die Probleme ab, die den Pflegeanbieter Anfang des Jahres in eine schwere Krise gestürzt hatten. Innerhalb weniger Wochen waren damals fünf der seinerzeit zehn Standorte von Insolvenzen betroffen. Zwei Häuser gingen in die Regelinsolvenz, für drei weitere entschied sich Domus Cura für eine Sanierung in Eigenverwaltung. Die übrigen Einrichtungen sollten außerhalb eines Insolvenzverfahrens restrukturiert werden.
Zu dieser zweiten Gruppe gehörten bislang auch Haus Obentraut und die Seniorenresidenz Im Taubenfeld. Nun haben deren Betriebsgesellschaften ebenfalls Sanierungsanträge in Eigenverwaltung gestellt. Die Gerichte haben den Anträgen bereits stattgegeben. Geschäftsführer Peter Paul Gruber arbeitet dabei mit den Restrukturierungsexperten Steffen Schneider, Georg Hüllen und Wolfgang Sigler von der Kanzlei Schalast zusammen. Rund 140 Mitarbeiter sind in den beiden Einrichtungen beschäftigt. Haus Obentraut versorgt derzeit mehr als 70 Bewohner, Im Taubenfeld rund 55. Beide Häuser laufen während der Verfahren weiter.
Zwei Häuser verkauft, fünf in Eigenverwaltung
Damit zeichnet sich inzwischen ein klareres Bild der Neuaufstellung ab. Die Pflegezentren in Hildesheim und Hüffenhardt, für die Domus Cura im Februar Regelinsolvenz beantragt hatte, gehören nicht mehr zur Gruppe. Hildesheim wurde im März von SWB Care übernommen, Hüffenhardt folgte zum 1. Mai an die Geras-Gruppe. Arbeitsplätze und Pflegeplätze blieben an beiden Standorten erhalten.
Anders ist Domus Cura bei den Häusern in Crailsheim sowie Michelbach und Neunkirchen im Odenwald vorgegangen. Sie gehören weiterhin zur Gruppe und werden seit Ende Februar in Eigenverwaltung saniert. Für Crailsheim und die beiden Häuser des Pflegewohnparks Glück im Winkel stehe eine endgültige Sanierungslösung nun unmittelbar bevor, teilt das Unternehmen mit. Details nennt Domus Cura noch nicht.
Mit Stromberg und Quierschied befinden sich damit inzwischen fünf Domus-Cura-Standorte in Eigenverwaltung. Die Gruppe hatte bereits im Februar angekündigt, sich insgesamt neu aufzustellen und wieder schwarze Zahlen schreiben zu wollen. Damals sollten neben der Zentrale fünf nicht insolvente Einrichtungen restrukturiert werden. Bei zwei dieser Häuser reicht die außergerichtliche Sanierung nun offenbar nicht aus.
Ex-Curata-Chef Gruber führt die Gruppe durch die Sanierung
Eine zentrale Rolle spielt dabei Peter Paul Gruber. Der frühere Curata-Chef kam Anfang des Jahres zu Domus Cura und übernahm die Geschäftsführung einzelner Betriebsgesellschaften sowie Prokura für die Holding. Er hat bereits die Eigenverwaltungsverfahren in Crailsheim, Michelbach und Neunkirchen begleitet und verantwortet nun auch die Sanierung der beiden weiteren Gesellschaften.
Als Gründe für die wirtschaftlichen Probleme nennt Domus Cura unter anderem Fachkräftemangel, hohe Kosten für externes Personal, gestiegene Betriebskosten und nicht vollständig belegbare Pflegeplätze. Anfang des Jahres hatte Gesellschafter Fred Vincent Maleika gegenüber Care vor9 angekündigt, Domus Cura nach der Restrukturierung als regionalen Anbieter im Südwesten neu aufzustellen.
Nach Angaben des Unternehmens gehören heute sieben operativ tätige Gesellschaften mit insgesamt rund 640 Beschäftigten zur Gruppe. Neben gerichtlichen Verfahren setzt Domus Cura weiterhin auch auf außergerichtliche Sanierungsmaßnahmen. Wie weit die Restrukturierung der übrigen Gesellschaften inzwischen fortgeschritten ist, geht aus der aktuellen Mitteilung nicht hervor.
Kirsten Gaede
