Nachts auf, tagsüber zu – so bleibt die Hitze draußen
Klimaanlagen haben die wenigsten Pflegeheime. Umso wichtiger ist eine denkbar einfache Maßnahme, wie die Care-vor9-Umfrage zum Hitzeschutz zeigt: nachts und frühmorgens kräftig lüften, anschließend Fenster schließen und die Räume verschatten. "Das ist möglicherweise die effektivste Methode überhaupt", schreibt ein Teilnehmer. Allerdings zeigt die Umfrage auch: Gerade das konsequente Schließen der Fenster ist im Heimalltag leichter gesagt als getan.
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Fenster nachts öffnen – sieht einfach aus, doch eine Führungskraft berichtet, es habe Zeit gebraucht, bis Beschäftigte und Bewohner das Prinzip verinnerlicht hätten
Wer die zahlreichen Kommentare der rund 140 Teilnehmer unserer Hitzeschutz-Umfrage liest, stößt immer wieder auf einen Ratschlag: Die kühle Nachtluft ins Gebäude holen und die Hitze tagsüber gar nicht erst hineinlassen. Ein Teilnehmer bringt es auf die Formel: "Fenster schließen!!!! Nachts alles öffnen." Ein anderer sagt, es sei vielleicht der effektivste Hitzeschutz überhaupt.
Das Prinzip ist simpel: In der Nacht sowie in den frühen Morgenstunden werden möglichst viele Räume durchgelüftet. Sobald die Außentemperatur steigt, heißt es: Fenster zu, Rollläden und Jalousien herunter. Auch das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) empfiehlt Pflegeeinrichtungen, dann zu lüften, wenn es draußen kühler ist als drinnen, und Fenster und Außentüren ansonsten tagsüber möglichst geschlossen zu halten.
Das Problem sind häufig die offenen Fenster
In der Praxis braucht das allerdings Disziplin – und zwar im ganzen Haus. "Konsequentes Fenster schließen ist das Wichtigste", schreibt eine Führungskraft in unserer Umfrage. Das müsse kontrolliert werden, "sonst wird das nichts". Ein anderer Teilnehmer berichtet, alle Berufsgruppen seien angehalten, tagsüber Fenster und Rollläden geschlossen zu halten. Würden die Maßnahmen vergessen, stiegen die Temperaturen punktuell auf mehr als 30 Grad.
Und nicht nur die Beschäftigten müssen mitspielen. Mehrere Teilnehmer berichten, dass Bewohner tagsüber Fenster oder Rollläden wieder öffnen. Eine Einrichtung schildert, dass Beschäftigte während der Hitze fast stündlich über die Flure gehen, um erneut Fenster und Türen zu schließen. Das bedeute einen erheblichen zusätzlichen Personalaufwand.
Ohne Schulung funktioniert das Konzept nicht
Deshalb ist ein funktionierendes Lüftungskonzept nicht allein eine Frage von Fenstern und Jalousien. "Mitarbeiterschulung ist das A und O", schreibt ein Teilnehmer. Alle Beschäftigten müssen wissen, wann gelüftet, verschattet und wieder geschlossen wird. Eine andere Führungskraft berichtet, es habe Zeit gebraucht, bis Beschäftigte und Bewohner das Prinzip verinnerlicht hätten. Inzwischen funktioniere es.
Das deckt sich mit den Erfahrungen anderer Pflegeheime: Auch Einrichtungen ohne flächendeckende Klimatisierung setzen auf geschlossene Rollläden und Fenster am Tag und ausgiebiges Lüften in der Nacht.