Nicht jeder Konflikt ist Mobbing. Doch wenn Angriffe systematisch und über längere Zeit gegen eine Person gerichtet sind, spricht man von Mobbing. Adler nennt als Merkmale wiederholte Angriffe, versteckte Handlungen und die Beeinträchtigung des psychischen Wohlbefindens. Mobbing kann auch durch das Unterlassen von Eingreifen entstehen: "Das Wegsehen und Wegducken isoliert die gemobbte Person und verstärkt das Gefühl der Wehrlosigkeit."
Bestimmte Verhältnisse begünstigen Mobbing: Hoher Arbeitsdruck, Zeitmangel und wenig Handlungsspielraum. Adler warnt, dass ungelöste Konflikte schnell eskalieren können: "Wenn es nicht mehr um die Sache geht, sondern nur noch um die Person, entsteht Mobbing."
Je früher Konflikte angesprochen werden, desto besser
Führungskräfte können präventiv eingreifen, indem sie ein Arbeitsumfeld schaffen, das psychologische Sicherheit bietet. Ein offenes Feedbackklima im Team hilft, Konflikte frühzeitig zu erkennen und anzusprechen. "Je früher ein Konflikt angesprochen wird, desto besser lässt er sich lösen", sagt Adler. Anzeichen für Mobbing können unkonzentrierte Mitarbeiter, häufige Fehler oder Rückzug sein.
"Führungskräfte sollten bei Anzeichen von Mobbing konkrete Maßnahmen ergreifen und dies in die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen aufnehmen", so Adler. Ein klares Bekenntnis der Unternehmensleitung gegen Mobbing und Prävention sind notwendig, um das Arbeitsklima zu sichern.
Der BGW-Ratgeber "Konflikte lösen – Mobbing verhindern" kann Führungskräfte im Umgang mit Mobbing unterstützen. Die Handlungshilfe steht auf der BGW-Website zum kostenlosen Download bereit.
