Altenpflege beliebter als viele Betreiber glauben
Pflegeheime sind bei Pflegekräften beliebter als gedacht. Das geht aus einer Auswertung der Jobplattform Pflegia unter mehr als 330.000 Pflegekräften hervor: 31 Prozent bevorzugen Pflegeheime als Arbeitgeber, während nur 24 Prozent die Krankenhäuser wählen. Bemerkenswert ist, dass die Altenpflege umso attraktiver wird, je mehr Berufserfahrung die Befragten haben. Die Ergebnisse stehen im Kontrast zur häufig geäußerten Sorge von Pflegeanbietern, viele ihrer Azubis würden nach dem Examen dauerhaft in Krankenhäuser abwandern.
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Ab Mitte 50 geben gar nur noch 20 Prozent der Kollegen die Klinik als erste Wahl an
Die ambulante Pflege landete mit 19 Prozent auf Platz drei. Pflegeheime, Krankenhäuser und Pflegedienste vereinen zusammen rund drei Viertel aller Präferenzen. Spezialisierte Einrichtungen wie Rehakliniken (0,3 Prozent), Hospize (0,4 Prozent) und physiotherapeutische Einrichtungen (0,8 Prozent) werden dagegen seltener als erste Wahl genannt.
Besonders interessant ist ein Blick auf das Alter der Befragten. So wünschen sich knapp 28 Prozent der Unter-25-Jährigen einen Arbeitsplatz im Krankenhaus, während dieser Wert bei den Über-55-Jährigen bei rund 20 Prozent liegt. Gleichzeitig steigt die Präferenz für Pflegeheime von 30 auf etwa 37 Prozent.
Trotz großzügiger Finanzierung der Krankenpflege liegt die Altenpflege vorn
Felix Westphal, Geschäftsführer von Pflegia, sieht einen Grund für die Bevorzugung von Pflegeheimen in den Arbeitsbedingungen. Senioreneinrichtungen böten oft stabilere und besser planbare Strukturen, während Krankenhäuser häufiger von hoher Arbeitsintensität, Schichtdiensten und kurzfristigen Belastungsspitzen geprägt seien.
Bemerkenswert ist das Ergebnis auch deshalb, weil Krankenhäuser seit Jahren von politischen Reformen profitieren. Seit der Ausgliederung der Pflegepersonalkosten aus den Fallpauschalen verfügen Kliniken über größere finanzielle Spielräume beim Pflegepersonal. Dennoch kommen stationäre und ambulante Altenpflege gemeinsam auf 49 Prozent der Präferenzen – deutlich mehr als Krankenhaus und Intensivpflege zusammen mit rund 36 Prozent.