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19. Januar 2026 | 21:00 Uhr
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Jede dritte Pflegekraft auf Jobsuche hat ausländischen Pass

Der deutsche Pflegemarkt wird bei der Personalsuche zunehmend internationaler. Eine Auswertung der Berliner Jobplattform Pflegia von mehr als 101.000 registrierten Pflegekräften zeigt: Gut 33 Prozent der Pflegekräfte, die einen Job suchen, haben keinen deutschen Pass. Besonders hoch ist der Anteil bei Berufseinsteigern und bei Männern. Deutlich wird auch, dass viele internationale Pflegekräfte unter ihrem Qualifikationsniveau arbeiten.

Mit fast 40 Prozent ist der Anteil der Männer mit ausländischem Pass besonders hoch 

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Die Pflege in Deutschland ist besonders international dort, wo nach neuen Jobs gesucht wird. Das geht aus einer Analyse der Jobplattform Pflegia hervor, für die anonymisierte Daten von knapp 101.500 Pflegekräften ausgewertet wurden. Demnach besitzt rund ein Drittel der registrierten Jobsuchenden keine deutsche Staatsangehörigkeit.  

Auffällig ist der hohe Anteil unter den Berufseinsteigern. So kommen bei Pflegekräften ohne Berufserfahrung gut 53 Prozent aus dem Ausland. Mit zunehmender Erfahrung sinkt dieser Anteil deutlich: Bei Pflegekräften mit drei bis zehn Jahren Berufspraxis liegt er bei 23 Prozent und bei mehr als zehn Jahren bei nur noch knapp 12 Prozent.

Mit fast 40 Prozent ist der Anteil der Männer mit ausländischem Pass besonders hoch 

Auch zwischen den Geschlechtern zeigen sich klare Unterschiede. Während 22 Prozent der weiblichen Pflegekräfte keinen deutschen Pass haben, liegt der Anteil bei den Männern bei 39 Prozent. Das ist interessant, da der Männeranteil in der Pflege in Deutschland bisher unter 20 Prozent liegt.  

Die Analyse zeigt somit ein strukturelles Ungleichgewicht. Je niedriger die Position, desto höher der Anteil internationaler Pflegekräfte. Bei Hilfskräften haben fast 37 Prozent keinen deutschen Pass, bei Pflegefachkräften sind es 27 Prozent. Leitungsfunktionen haben eingewanderte Pflegekräfte dagegen nur selten: Nur sieben Prozent der Einrichtungsleitungen und zehn Prozent der Pflegedienstleitungen kommen aus dem Ausland.

Viele müssen trotz Qualifizierung als Pflegehilfskräfte arbeiten  

"Viele internationale Pflegekräfte starten als Hilfskräfte, obwohl sie aus ihren Herkunftsländern oft Erfahrung und Qualifikationen mitbringen", sagt Pflegia-Geschäftsführer Felix Westphal. "Häufig liegt das an langwierigen Anerkennungsverfahren und fehlenden Unterstützungsstrukturen. Gerade darin liegt aber auch eine Chance. Mit gezielter Integration, beschleunigten Anerkennungen und Weiterbildungen können Einrichtungen nicht nur zusätzliche Fachkräfte gewinnen, sondern internationalen Kolleginnen und Kollegen auch echte Aufstiegs- und Zukunftsperspektiven eröffnen." 

Die Datengrundlage der Analyse umfasst Pflegekräfte aus elf Qualifikationsgruppen, darunter Altenpflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte, Wohnbereichsleitungen und Pflegedienstleitungen. Sie basiert auf aktiven Nutzern der Plattform im Zeitraum September 2024 bis September 2025.

Viele andere Erhebungen deuten in eine ähnliche Richtung wie die von Pflegia: So hat sich gezeigt, dass etwa der Anteil unter den Azubis in Berlin sehr hoch ist: Dort hat ebenfalls gut jeder Dritte (36%) eine ausländische Staatsangehörigkeit. Insgesamt hatten 2024 in Deutschland 17 Prozent aller Pflegekräfte einen internationalen Pass, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervorgeht.

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