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7. Juni 2024 | 07:00 Uhr
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Mailen

Johanneswerk kämpft mit mehreren Millionen Außenständen

Das Evangelische Johanneswerk mit seinen 35 Pflegeeinrichtungen in Nordrhein-Westfalen sieht die Zahlungsmoral von Kassen und Sozialämtern zunehmend kritisch. "Die ausstehenden Zahlungen der Kostenträger belaufen sich bei uns mittlerweile auf mehrere Millionen Euro", sagt Geschäftsführer Bodo de Vries (Foto). Dabei gehe es nicht nur um Pflegekosten, sondern auch um fehlende Bescheide für Investitionskosten, die teils Jahre später Angehörigen nach dem Tod von Bewohnern berechnet werden müssten.

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Johanneswerk-Chef Bodo de Vries hat mehrere Millionen Euro Außenstände bei den Kostenträgern

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Eines der drängendsten Probleme seien die Zahlungsverzögerungen der Sozialämter, die für einen wachsenden Anteil bedürftiger Menschen die Heimkosten übernehmen, wenn sie selbst nicht mehr können. "Um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten, sind Einrichtungen und ambulante Dienste auf eine rechtzeitige Überweisung der finanziellen Mittel angewiesen", so de Vries. "Doch die bleibt vielerorts aus – oftmals über Monate oder Jahre."

Problematisch seien auch die Investitionskosten zum Beispiel für notwendige Renovierungen und Instandhaltungen, die in Nordrhein-Westfalen von den Landschaftsverbänden festgesetzt würden. Dort gebe es erhebliche Rückstände bei der Antragsbearbeitung sowie aus Widerspruchsverfahren der zuständigen Landschaftsverbände. Das Johanneswerk dürfe aber erst nach Bewilligung die angefallenen, erhöhten Investitionskosten rückwirkend in Rechnung zu stellen.

Die Verzögerungen seien eine finanzielle und emotionale Belastung für Angehörige. Teils könnten Träger wie das Johanneswerk erst viele Jahre nach dem Versterben von Bewohnern Kosten erheben und müssten sie nachberechnen. "Das kann man eigentlich keinem vernünftigen Menschen erklären", so de Vries. "Wir befinden uns hier in einem Dilemma."

Die Verzögerungen und die schlechte Zahlungsmoral hätten auch für die Träger Folgen. "Die wirtschaftliche Existenz der Einrichtungen und damit die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung werden hierdurch zunehmend aufs Spiel gesetzt", so de Vries. Er appelliert an die Behörden, die Bearbeitungsprozesse zu beschleunigen, und an die Politik, zeitnah die finanzielle Last gerecht zu verteilen.

Thomas Hartung

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