Pflegerat fordert bessere Vorbereitung auf Stromausfälle
Nach dem Stromausfall im Süden Berlins fordert der Deutsche Pflegerat (DPR) Konsequenzen. In einem Positionspapier fordert der DPR, die Altenpflege systematisch in den Bevölkerungsschutz einzubinden sowie klare Strukturen, Zuständigkeiten und Daten für den Ernstfall.
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Wenn die Krise eintritt, müssen relevante Informationen schnell vorliegen: Wer ist betroffen? Wer kennt die Versorgungswege? Wo befinden sich Hilfsgüter, Medikamente etc.
Der Stromausfall in Berlin mitten im kalten Winter hat gezeigt, wie schnell Pflege und Betreuung an ihre Grenzen geraten. Elektrisch betriebene Hilfsmittel, Heizungen, medizinische Geräte und Kommunikationswege fielen zeitweise aus. Viele pflegebedürftige Menschen fürchteten um Sicherheit und Versorgung. "Wenn der Strom ausfällt, geht es für viele um ihre Existenz", sagt DPR-Präsidentin Christine Vogler.
Besonders belastet waren Menschen in häuslicher Pflege und ihre Angehörigen. Sie mussten Verantwortung übernehmen, oft ohne ausreichende Informationen oder Unterstützung. Auch in Pflegeheimen wurde die Abhängigkeit von einer stabilen Infrastruktur sehr deutlich.
DPR fordert barrierefreie Notunterkünfte
Der Deutsche Pflegerat und der "Runder Tisch für alle, die pflegen" sehen im Berliner Blackout einen klaren Handlungsauftrag. In einem gemeinsamen Expertenpapier fordern sie, die Pflegeprofession fest im Bevölkerungsschutz zu verankern. Mobile Pflegeteams, barrierefreie Notunterkünfte und die kurzfristige Versorgung mit Medikamenten und Hilfsmitteln müssten verbindlicher Bestandteil kommunaler Krisenpläne werden.
Zugleich verlangen die Autoren eine systematische Einbindung pflegefachlicher Expertise in Krisenstäbe. Pflegefachkräfte kennen die Versorgungszusammenhänge, den Pflegebedarf und die häuslichen Situationen. All diese Punkte sind in Krisen bislang zu wenig berücksichtigt worden.
Das Prinzip "Köpfe kennen"
Ein weiterer zentraler Punkt des Positionspapiers sind lokale, datenschutzkonforme Übersichten zu besonderen Pflege- und Unterstützungsbedarfen. Es sei wichtig, dass im Krisenfall Informationen über relevante Akteure, Haushalte und Bedarfe vorliegen und schnell einsehbar sind. Das Prinzip "in der Krise Köpfe zu kennen" dürfe nicht dem Zufall überlassen bleiben.
Modellprojekte zur freiwilligen Registrierung seien ein Anfang, reichten aber nicht aus. Notwendig seien verbindliche Systeme, verknüpft mit den bestehenden Netzwerken und klaren Alarmierungswegen.