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4. Mai 2022 | 19:29 Uhr
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Projektentwickler Terragon hat ein Liquiditätsproblem

Verzögerungen und höhere Baukosten bei mehreren luxuriösen Seniorenwohnlagen haben beim Projektentwickler Terragon zu einem Liquiditätsengpass geführt. Anleihegläubiger sollen dem Unternehmen deshalb eine Zinszahlung für acht Monate stunden. Terragon-Vorstandschef Michael Held beziffert den erhöhten Liquiditätsbedarf der Gruppe auf rund 6,5 Millionen Euro.

Terragon Berlin Regattastraße FotoTchoban Voss Architekten.jpg

Das Projekt Berlin-Regattastraße wird wegen fehlender Baukapazitäten erst ein Jahr später fertig

"Der unvorhergesehene Liquiditätsengpass ergibt sich aus mehreren kumuliert auftretenden Problemen bei einigen großen Projekten", sagt Terragon-Chef Held. "Sie wären einzeln für das Unternehmen zu verkraften gewesen, sind aber in Summe so schwerwiegend, dass wir uns zu dem Vorschlag einer temporären Stundung der Anleihezinsen bei gleichzeitiger Erhöhung des Zinssatzes für den Zeitraum der Stundung gezwungen sehen."

Der Projektentwickler im Marktsegment Service-Wohnen für Senioren bittet daher seine Anleihegläubiger, eine am 24. Mai fällige Zinszahlung bis zum 31. Januar 2023 zu stunden, heißt es in einer Pressemitteilung von Terragon. Held beziffert den erhöhten Liquiditätsbedarf von Terragon auf rund 6,5 Millionen Euro. Die Hauptgesellschafterin steuere 2,4 Millionen Euro zur Liquiditätsstärkung bei.

Auslöser der Probleme seien vor allem corona-bedingt längere Projektlaufzeiten und massiv gestiegene Rohstoff- und Baukosten. Konkret hätten Verzögerungen bei der Wohnanlage Berlin-Regattastraße, die mit einem Jahr Verspätung erst im November 2022 fertig sein soll, und die deutlich verzögerte Baugenehmigung beim Projekt Duisburg-Welkerstraße zu dem Liquiditätsengpass geführt. Zudem führten die Unwägbarkeiten bei anderen Projekten zu erhöhten Eigenkapitalanforderungen der Banken.

Held gibt sich zuversichtlich, dass Terragon die Finanzprobleme bald hinter sich lassen könne. Das Geschäftsmodell sei nach wie vor solide und fuße auf einem steigenden Bedarf an Service-Wohnen aufgrund des demographischen Wandels. "Es gibt eine stabile Nachfrage, die wir mit unserem Angebot bedienen." In der Pipeline seien Projekte von derzeit rund 800 Millionen Euro.

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