Sozialverband VdK fordert kommunale Pflegeämter
Der Sozialverband VdK fordert einen Umbau der Pflegeorganisation und plädiert für die Einrichtung kommunaler Pflegeämter. "Pflege muss zur Pflichtaufgabe der Kommunen werden", sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele (Foto) in Berlin. Klare Zuständigkeiten sollen Versorgungslücken schließen. Als Vorbild nennt der Verband die kommunale Pflege in Dänemark.
Susie Knoll
Die Kommunen können am besten steuern, meint VdK-Präsidentin Verena Bentele
Die VdK-Präsidentin sieht die Ursachen der Pflegekrise weniger im Mangel einzelner Angebote. "Das zentrale Problem in der Pflegepolitik sind ihre Strukturen", sagt Bentele. Das aktuelle System verursache Reibungsverluste für Pflegebedürftige und Angehörige. Die Aufgabenverteilung zwischen Pflegekassen, Bund, Ländern, Kommunen und Pflegeeinrichtungen sei unklar. Diese Verantwortungsdiffusion sei der größte Hemmschuh für eine gesicherte Versorgung.
"Kommunen sind nah am Bürger und können am besten steuern"
Als Ausweg fordert der VdK einen stärkeren kommunalen Ansatz. Die Pflege müsse zur Pflichtaufgabe der Kommunen werden. Dafür sind kommunale Pflegeämter notwendig, die den Bedarf vor Ort erfassen und Angebote steuern. Bei Unterversorgung sollen die Kommunen selbst aktiv werden und Pflegeangebote aufbauen. "Unsere Kommunen sind nah am Bürger. Sie kennen die Herausforderungen vor Ort und können am besten steuern", sagt Bentele.
In Dänemark kommt die Unterstützung aus einer Hand
Der VdK verweist auf Dänemark als positives Beispiel. Dort ist die Pflegeversorgung kommunal organisiert. Klare Verantwortlichkeiten ermöglichen eine bedarfsgerechte Steuerung und eine bessere Abstimmung der Angebote. "Es ist höchste Zeit, dass Pflegebedürftige und ihre Familien Unterstützung aus einer Hand erhalten, bevor sie von der Belastung erdrückt werden", so die VdK-Präsidentin.
Um die Kommunen nicht weiter zu belasten, fordert der VdK eine vollständige und dauerhafte Finanzierung der pflegerischen Versorgung durch Bund und Länder. Denkbar wäre eine Erhöhung der Mittel im kommunalen Finanzausgleich. Die Pflegekassen sollen weiterhin als Kostenträger individueller Pflegeleistungen fungieren.