Viele Beschäftigte sind für betriebliche Pflegeversicherung
Könnte die betriebliche Pflegeversicherung ein Baustein zur Finanzierung der steigenden Pflegekosten sein? Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) hat dazu eine Umfrage in Auftrag gegeben, deren Ergebnis möglicherweise wegweisend ist: Mehr als drei Viertel der Beschäftigten würden eine betriebliche Pflegeversicherung über den Arbeitgeber begrüßen. Rund 450.000 Beschäftigte sind bereits darüber abgesichert. PKV-Chef Thomas Brahm (Foto) fordert nun eine stärkere steuerliche Förderung.
PKV
Wegen der steigenden Eigenanteile in der stationären Pflege gewinne die betriebliche Pflegeversicherung an Bedeutung, sagt PKV-Chef Thomas Brahm
Durch Forderungsmanagement finanzielle Engpässe vermeiden
Steigende Kosten, späte Zahlungen, stockende Abläufe: Pflegedienste arbeiten in einem Umfeld, das zunehmend von Kosten- und Zahlungsdruck geprägt ist. Ein Forderungsmanagement, das Transparenz schafft, Durchlaufzeiten verkürzt und dabei unterstützt, Zahlungseingänge zu steuern, wird daher immer wichtiger. So können Pflegeanbieter Liquiditätsengpässe vermeiden und handlungsfähig bleiben. Factoring kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Care vor9
Laut einer Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV) würden 76 Prozent der Beschäftigten eine Absicherung über ihren Arbeitgeber begrüßen. Für 64 Prozent ist die betriebliche Pflegeversicherung (BPV) sogar wichtiger als klassische Zusatzleistungen wie ein Diensthandy oder ein Jobticket.
Betriebliche Absicherungen gewinnen an Bedeutung, insbesondere wegen der steigenden Eigenanteile in der stationären Pflege, so Brahm, der Vorstandsvorsitzende des PKV-Verbandes. Die kapitalgedeckte BPV könne das finanzielle Risiko der Pflegelücke effizient, nachhaltig und generationengerecht absichern. Er plädiert für stärkere steuerliche Anreize.
15 Prozent Zuwachs bei betrieblicher Pflegeversicherung
Die betriebliche Pflegeversicherung ist Teil der betrieblichen Krankenversicherung. Diese wächst weiter. Inzwischen bieten rund 60.000 Unternehmen eine vollständig arbeitgeberfinanzierte bKV an, was einem Anstieg von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Davon profitieren 2,8 Millionen Beschäftigte. Etwa 450.000 von ihnen verfügen über eine betriebliche Pflegeversicherung. Das entspricht einem Zuwachs von fast 15 Prozent.
Im Kern ergänzt die BKV die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie deckt Kosten ab, die sonst privat zu tragen wären, etwa für Zahnersatz, Wahlleistungen im Krankenhaus oder Pflegezusatzversicherungen. Gerade die BKV zielt auf die Finanzierung von Eigenanteilen im Pflegefall ab.
Für Beschäftigte bietet das Modell Vorteile, heißt es beim PKV-Verband. Da ganze Belegschaften versichert werden, verzichten Versicherer häufig auf Gesundheitsprüfungen. Teilweise lässt sich der Schutz auch auf Angehörige ausweiten. Für Arbeitgeber bleibt die BKV ein Instrument zur Bindung von Fachkräften. Aus Sicht der Pflegefinanzierung kann die betriebliche Pflegeversicherung jedoch noch mehr sein: ein zusätzlicher Baustein, um steigende Pflegekosten in Zukunft besser abzufedern.