News für das Pflegemanagement

Verband fordert schnelle Einführung von Work-and-Stay-Agentur

Der Verband VKAD drängt bei ausländischen Pflegekräfte auf zügigere Verfahren. Die geplante Work-and-Stay-Agentur müsse schnell kommen und Visa, Anerkennung, Führerschein-Umschreibung und weitere Behördenschritte digital bündeln. "Die Träger können diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe nicht mehr allein stemmen", sagt Caritas-Geschäftsführerin Bärbel Arwe (Foto).

Eine ukrainische Pflegefachkraft mit abgeschlossener Ausbildung wollte bei der Caritas Altenhilfe Berlin arbeiten. Doch ihr Anerkennungsverfahren zog sich hin und verlangte ihr so viel ab, dass sie schließlich einen ungewöhnlichen Ausweg wählte: Sie begann die Pflegeausbildung in Deutschland noch einmal von vorn. Für Geschäftsführerin Bärbel Arwe zeigt der Fall, wie sehr das derzeitige System Bewerber und Arbeitgeber aufreibt.

Dabei ist Deutschland auf internationale Pflegekräfte angewiesen. Fast jede vierte Pflegekraft in der ambulanten und stationären Pflege hat nach Angaben des Verbands katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) eine ausländische Staatsangehörigkeit. Seit 2022 werde das Beschäftigungswachstum in der Pflege im Wesentlichen von ausländischen Mitarbeitern getragen.

Der Zulauf ist groß. Allein innerhalb von zwei Wochen erhielt die Caritas Altenhilfe Berlin laut Arwe mehr als 800 Bewerbungen aus dem Ausland. Fast alle habe der Träger absagen müssen – nicht mangels Stellen, sondern weil er die Bewerber nicht individuell durch die komplizierten Verfahren begleiten könne.

Noch immer werden Abschlüsse einzeln aufwendig geprüft

Der VKAD fordert deshalb eine zentrale digitale Steuerung für den gesamten Prozess. Die geplante bundesweite Work-and-Stay-Agentur soll Verfahren bündeln, Mehrfacheinreichungen von Unterlagen vermeiden und für Bewerber wie Arbeitgeber jederzeit sichtbar machen, wo ein Antrag steht. Auch Visa- und Anerkennungsverfahren sollen stärker aus einer Hand organisiert werden.

Für die Vorabzustimmung der Ausländerbehörden im beschleunigten Fachkräfteverfahren verlangt der Verband eine verbindliche Bearbeitungsfrist von drei Wochen. Eine bundesweite Positivliste soll zudem zeigen, welche ausländischen Pflegeabschlüsse bereits als gleichwertig anerkannt wurden.

Arwe sieht auch bei der technischen Bearbeitung erheblichen Nachholbedarf. Behörden litten selbst unter Fachkräftemangel, gleichzeitig würden Abschlüsse weiterhin aufwendig einzeln geprüft. Digitale Verfahren und KI könnten nach ihrer Einschätzung helfen, Prüfungen zu beschleunigen.

Träger zahlen für ein überfordertes System

Die Einrichtungen tragen bislang einen erheblichen Teil des Aufwands. Für Vermittlung, Anerkennung und Unterstützung bei der Wohnungssuche pro angeworbener Pflegekraft kommen oft Beträge um 15.000 Euro zusammen. Hinzu komme der personelle Aufwand für die individuelle Begleitung.

Der VKAD hält es für falsch, diese Aufgabe weitgehend den Arbeitgebern zu überlassen. Die Sicherung der pflegerischen Versorgung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb müssten auch die Strukturen und Kosten für Anwerbung, Anerkennung und Integration anders verteilt werden.

„Wir können nicht dauerhaft reparieren, was an anderer Stelle strukturell nicht funktioniert“, sagt Arwe. Der Verband fordert von der Politik deshalb nicht nur weitere Vereinfachungen, sondern vor allem Tempo bei der Umsetzung bereits diskutierter Lösungen.