News für das Pflegemanagement

Mangelernährung bleibt Problem in Pflegeheimen

Fast jeder fünfte Pflegeheimbewohner ist mangelernährt, fast jeder zweite weitere gefährdet. Zum Internationalen Tag des älteren Menschen (1. Oktober) rückt das Thema erneut in den Fokus. Fachleute fordern regelmäßige Screenings. Doch auch der Alltag in den Einrichtungen spielt eine Rolle: Zu frühe Essenszeiten, fehlende Unterstützung und knappe Verpflegungsbudgets.

Wie groß das Problem ist, zeigt eine aktuelle internationale Nutrition-Day-Auswertung: 18,4 Prozent der untersuchten Pflegeheimbewohner waren mangelernährt, weitere 48,7 Prozent gefährdet. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung verweist deshalb auf die aktuelle S3-Leitlinie zur Ernährung im Alter. Ältere Menschen sollten routinemäßig auf Mangelernährung gescreent werden. Pflegeheime bräuchten zudem ein Ernährungskonzept und individuell angepasste Mahlzeiten.

Dass es dabei nicht allein um den Speiseplan geht, zeigt ein aktueller Bericht der österreichischen Volksanwaltschaft. Bei Besuchen in Pflegeeinrichtungen stießen Kommissionen auf starre und teilweise sehr frühe Essenszeiten sowie fehlendes Personal, um Bewohner bei der Nahrungsaufnahme zu unterstützen. Auch die Volksanwaltschaft fordert deshalb ein standardisiertes Screening bereits beim Einzug ins Heim.

Hinzu kommt der Kostendruck. VDAB-Hauptgeschäftsführer Thomas Knieling hatte jüngst in Care vor9 darauf hingewiesen, dass Einrichtungen neben der normalen Verpflegung unter anderem passierte Kost und hochkalorische Nahrung finanzieren müssen.

Zum Tag des älteren Menschen greift auch Bayern das Thema auf. Ernährungsministerin Michaela Kaniber kündigt für November eine "Woche gegen Mangelernährung" an. Bereits am 12. Oktober informiert das Kompetenzzentrum für Ernährung online über Mangelernährung im Alter.