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13. August 2026 | 07:00 Uhr
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Premiere für einen Pflegekostenrechner

Ashian Garib Darwish (Foto), Altenpfleger mit abgeschlossenem Betriebswirtschaftsstudium, macht sich gerade selbstständig. Am Wochenende wird er mit der Pflegori Heimpflege seinen eigenen ambulanten Dienst in Berlin-Weißensee eröffnen. Mit dem will er nichts weniger als "die ambulante Pflege aufmischen". Das heißt für den 35-Jährigen auch, den Kunden absolute Preistransparenz zu vermitteln. Die fehle nämlich bisher, meint er. Sein Pflegekostenrechner, der jetzt schon genutzt werden kann, soll das ändern.

Ashian Garib Darwish hat den Pflegekostenrechner selbst codiert

Ashian Garib Darwish erlebt immer wieder Pflegebedürftige und Angehörige, die unsicher sind, weil sie gar nicht überschauen können, wie viel von welcher Leistung ihnen zusteht. Da soll der Pflegekostenrechner helfen: Sie geben ihren Pflegegrad ein und können dann herumprobieren mit verschiedenen Leistungen, die ihnen attraktiv und sinnvoll scheinen. Der Rechner zeigt parallel dazu jeweils an, wie sehr sie ihr Budget schon ausgeschöpft haben. "Das ist etwas ganz anderes als der herkömmliche Pflegegradrechner. Bei uns ist genau zu sehen, welche Leistung in welchem Umfang wie viel kostet."

"So sieht der Pflegebedürftige mit seiner Familie schon bevor er mit uns zusammenkommt, was er sich leisten kann und möchte. Durch ein Schnittstellensystem kann er uns leisten, seine Anfrage dann zuschicken", sagt Garib Darwish. Das bringe Struktur und Transparenz in die Planung. Es sei klar zu sehen, was genau die Pflegeversicherung zahle. So verkürze sich auch das Beratungsgespräch mit dem Pflegedienst, weil die Familie schon eine viel klarere Vorstellung habe, welche Leistung sie sich wünsche.

Garib Darwish hat den Pflegekostenrechner selbst codiert

"Es bewahrt die Pflegebedürftigen auch davor, Leistungen zu wählen, die gar nicht relevant sind für ihn, etwa ein täglicher Verbandswechsel oder mehrmaliges Blutzuckermessen am Tag", so Garib Darwish, der zuletzt Einrichtungsleiter bei Korian war. Er habe selbst codiert, bei Version 49 war endlich alles perfekt. Es ist auch dieser Pflegekostenrechner, der die Investitionsbank Berlin letztlich überzeugt hat, Darwish einen Kredit für sein Unternehmen zu gewähren.

Sollten sich mit der Pflegereform die Leistungszuschnitte ändern, sei es kein Problem dies anzupassen so Darwish. Die momentane Version sei bereits zugänglich – und zwar für alle, nicht nur für seine Kunden. "Auch wenn der Rechner auf die Berliner Verhältnisse zugeschnitten ist: Die errechneten Werte bieten im gesamten Bundesgebiet Orientierung", sagt Darwish.

Warum aber lässt er es zu, dass alle freien Zugriff haben auf seinen Rechner? Auch andere Anbieter und Pflegebedürftige, die nicht unbedingt zu seinen Kunden zählen? "Warum nicht", sagt Garib Darwish. "Es soll mir recht sein, das erhöht doch meine Reichweite."

Kirsten Gaede

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