AGVP-Verband kritisiert Fokussierung auf Prävention
Die Regierung fixiere sich in ihren Reformplänen zu sehr auf Prävention und Beratung, moniert der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP). Prävention, Beratung und Lotsensystem seien kein Allheilmittel. "Lotsen pflegen nicht, und Prävention kann Pflege nicht ersetzen", sagt Verbandspräsident Thomas Greiner (Foto). Die Politik verkenne, dass es Menschen gebe, denen nur ein sicherer Platz im Pflegeheim oder bei einem ambulanten Dienst helfe.
Clemens Hartmann
"Wenn Prävention wirken soll, müssen Kassen und Kommunen handeln", sagt AGVP-Präsident Greiner
Greiner weist daraufhin, dass seit über zehn Jahren die Zahl vollstationär versorgter Pflegebedürftiger um die 800.000 stagniert. Das liege nicht an der mangelnden Nachfrage, vielmehr würden die Wartelisten immer länger. "Doch statt die drohende Versorgungskrise anzugehen, verliert sich Pflegepolitik in Wohlfühlthemen", sagt er.
Ebenso wendet sich der AGVP-Präsident gegen Vorschläge, die Pflegeeinrichtungen für die Prävention zuständig zu erklären, wie es zuletzt der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) vorgeschlagen hat. Greiner: "Wenn Prävention wirken soll, müssen Kassen und Kommunen handeln: Zugänge vereinfachen, Angebote bekanntmachen und zielgruppengerecht gestalten. Pflegeanbieter können das nicht nebenbei leisten. Ihr gesetzlicher Auftrag ist Versorgung. Und genau darauf muss sich Pflegepolitik konzentrieren."