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3. Oktober 2023 | 17:20 Uhr
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"Die Kostenträger haben einfach gemauert"

Die Krise in der Pflege hat viele Väter. "Noch ist die Zahl der Plätze begrenzt, die durch Pleiten verloren gehen", sagt Pflegewissenschaftler Heinz Rothgang in einem Interview. Doch die Lage spitze sich zu. Neben Personalmangel und Managementfehlern seien ausbleibende Zahlungen der Sozialämter und schleppende Pflegesatzverhandlungen schuld an der Misere. 

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"Wir brauchen mehr Flexibilität bei den Pflegesatzverhandlungen", so der Professor im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst. "Wenn die Kosten aufgrund der unerwarteten Inflation explodieren, kann man nicht sagen, die nächsten Verhandlungen sind in einem Jahr. Da haben die Kostenträger einfach gemauert."

Auch die Kommunen würden die Krise der Pflegeeinrichtungen durch ihre schlechte Zahlungsmoral verschärfen. "Es gibt zig Millionen Rückstände, weil Sozialhilfeträger genau das nicht getan haben, was dann Einrichtungen an den Rand des Abgrunds bringt", sagt Rothgang. "Die Sozialhilfeträger müssen ihre Rechnungen bezahlen, und zwar zügig."

Noch sei die Zahl der Plätze begrenzt, die durch Pleiten verloren gingen, so der Pflegeökonom. "Eine Kollegin hat nachgezählt und für die ersten vier Monate des Jahres 700 Plätze ermittelt, die wirklich verloren gegangen sind. Bei mehr als 700.000 Plätzen, die wir in Deutschland haben, ist das weniger als ein Promille." Nach einer Insolvenz wechsele oft nur der Betreiber und die Plätze blieben erhalten.

Beim Personalmangel setzt Rothgang vor allem auf die von ihm mit entwickelte neue Personalbemessung. Ein Schlüssel seien die Assistenzkräfte, die bislang komplett vernachlässigt worden seien. "Im stationären Bereich führt die sukzessive Einführung des Personalbemessungsverfahrens dazu, dass sich der Personalmehrbedarf vor allem auf Pflegekräfte mit ein- und zweijähriger Ausbildung bezieht." Hier sei kurzfristig mehr zu erreichen als bei den Pflegefachkräften.

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