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8. Oktober 2023 | 18:56 Uhr
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Experten schlagen Stunden-Budget für Pflegeversicherung vor

Der Umstieg von einem Geld- auf ein Stunden-Budget ist der Kern eines Expertenvorschlag für eine Reform der Pflegeversicherung. Jedem Pflegegrad soll ein bestimmter Anspruch an Fachleistungsstunden zugeteilt werden. Damit soll die schleichende Reduzierung der Leistungen durch höhere Pflegekosten gestoppt werden. Den "Diskussionsvorschlag" haben acht Praktiker aus der Pflege gemeinsam erarbeitet, darunter Manager von Augustinum, Johanniter, Diakonie und Home Instead.

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Nach dem Vorschlag von Praktikern sollen Pflegebedürftige Anspruch auf ein Zeitbudget haben und nicht auf eine Geldsumme

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"Das bisherige Prinzip der in Euro ausgewiesenen Leistungsbudgets der Pflegeversicherung wird ersetzt durch ein tagesbezogenes Fachleistungsstunden-Budget (x Fachleistungsstunden je Tag im Pflegegrad y)." So steht es in dem 19-seitigen Papier "Diskussionsvorschlag zur Reform der Pflegeversicherung", dass die Arbeitsgruppe als Diskussionsgrundlage versteht. Am System der Pflegegrade wollen die Experten festhalten. Das Stundenbudget soll gleichermaßen für die stationäre wie die ambulante Pflege gelten. 

Der Preis der Fachleistungsstunde soll zwischen Leistungserbringern und Pflegekassen in Form von Kollektivverträgen oder Einzelverträgen verhandelt und vereinbart werden. Er könne je nach notwendiger Betreuung oder Pflegehandlungen und dafür erforderlicher Qualifikation differenziert werden. 

"Als Pflegepersonal, das die hier genannten Fachleistungsstunden erbringt, werden alle in der Pflege- und Betreuung tätigen, abhängig beschäftigten Personen bezeichnet", heißt es in dem Vorschlag. Damit werde der Personenkreis weiter gefasst und umfasse damit auch Unterstützungs- und Hilfsleistungen, die nicht von examinierten Pflegepersonen erbracht werden müssten. Die Stunden sollen in Zehn-Minuten-Einheiten oder stundenweise, auch an einem Stück in Anspruch genommen werden können. Damit werde der individuelle Unterstützungsbedarf abgebildet.

Im einzelnen besteht die Arbeitsgruppe aus diesen Mitgliedern: Christian Bernzen (Bernzen Rechtsanwälte), Thomas Eisenreich (Home Instead Deutschland). Thomas Flotow (Pflegen & Wohnen), Thomas Mähnert (Johanniter-Unfall-Hilfe), Markus Nachbaur, (Stiftung Liebenau),  Ronald Richter (Richter Rechtsanwälte), Johannes Rückert (Augustinum-Gruppe) und Karl Schulz (Rummelsberger Diakonie).

Thomas Hartung

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