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23. Januar 2026 | 07:00 Uhr
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Forscher empfehlen Pflegeheimen Kompetenzorientierung

Mehr Personal verbessert die Pflege – aber nur, wenn sich auch die Arbeitsorganisation ändert. Das zeigt die Evaluation der neuen Personalbemessung PeBeM und der kompetenzorientierten Arbeitsorganisation (Kuba). In dem Modellprojekt des GKV-Spitzenverbands stießen die Konzepte an Grenzen, doch es zeigten sich messbare Verbesserungen für Pflegekräfte und Bewohner.

Wundversorgung Arm iStock Artfully79.jpg

Die Kompetenzorientierung ist besonders sinnvoll, wenn es um Tätigkeiten wie Wundversorgung geht  

In den Modelleinrichtungen, etwa Korian und Diakonie München und Oberbayern, zeigten sich Verbesserungen in der Qualität der Pflege und der Lebensqualität der Bewohner. Auch waren Mitarbeiter zufriedener mit ihrer Arbeit. Allerdings wurde klar, so heißt es im Abschlussbericht, dass die neue Personalbemessung ihre Wirkung nur teilweise entfaltet, solange sich die Arbeitsorganisation nicht grundlegend ändert. Das zeigt die Evaluation der sogenannten Kuba, der kompetenzorientierten Arbeitsorganisation, in den Modelleinrichtungen.

Ein zentrales Ergebnis: Das ursprünglich geplante Modell einer strikt qualifikationsorientierten Arbeitsorganisation griff zu kurz. In der Praxis zeigte sich, dass formale Abschlüsse wenig darüber aussagen, welche Kompetenzen Pflegekräfte tatsächlich beitragen können. Manche verfügten über Fähigkeiten, die sie im Alltag kaum nutzten. Andere übernahmen Aufgaben, die ihr formales Qualifikationsniveau überstiegen. Die Projektverantwortlichen reagierten mit Fortbildungen zur Kompetenzaktivierung und entwickelten das Konzept weiter: Weg von der reinen Qualifikation, hin zu einem Personaleinsatz, der sich an real vorhandenen Kompetenzen orientiert.

Die kompetenzorientierte Arbeitsweise lässt sich nicht über Nacht umsetzen 

Die Umstellung erwies sich als tiefgreifender Eingriff in die Organisation. Es braucht Zeit, eine kompetenz- und bewohnerorientierte Arbeitsweise einzuführen, kurzfristig ist das nicht möglich, so die Einschätzung der Wissenschaftler. Selbst in den Modellprojekten wurde laut Abschlussbericht die Phase stabiler Routinen nur teilweise erreicht.

Trotzdem sind die Effekte deutlich: Pflegekräfte verbrachten mehr Zeit mit den Bewohnern. Der Anteil notwendiger, aber nicht erbrachter Pflegeleistungen sank spürbar. Zudem wurden Pflegeleistungen häufiger auf dem passenden Qualifikationsniveau erbracht. Im Vergleich zu Kontrolleinrichtungen verbesserten sich sowohl die Arbeitssituation der Pflegekräfte als auch die Lebenssituation der Pflegebedürftigen signifikant.

Die Empfehlung lautet: Kompetenzorientierung einführen

Die Ergebnisse sprechen dafür, Kuba flächendeckend einzuführen, heißt es im Abschlussbericht. Der GKV-Spitzenverband, der das Projekt in Auftrag gegeben hat, bietet zahlreiche Unterlagen an, die Einrichtungen bei der Umsetzung unterstützen können, etwa ein Implementationskonzept und ein Handbuch. Einrichtungen können außerdem Mitarbeiter zu Kuba-Coaches qualifizieren, was die Kompetenzorientierung erleichtern kann. 

Das Modellprojekt geleitet haben unter anderem Socium Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik von Heinz Rothgang an der Universität Bremen und die zum Beratungsunternehmen Contec gehörende Gesellschaft für Organisationsentwicklung. Rothgang hat mit seinem Forschungszentrum auch die PeBeM entwickelt.

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