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26. Februar 2026 | 19:51 Uhr
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Offene Worte der Pflegebeauftragten Katrin Staffler

Wenn die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung eine Keynote bei einem Verband hält, ist nicht damit zu rechnen, dass sie Ministeriumsgeheimnisse ausplaudert. Trotzdem wurde Katrin Staffler (rechts) auf der Mitgliederkonferenz des Deutschen Evangelischen Verbands für Altenarbeit und Pflege (Devap) gestern stellenweise deutlich – etwa bei den Themen Finanzierung der Digitalisierung und Eigenanteile.

Die Pflegebeauftragte Katrin Staffler (rechts) mit Devap-Geschäftsführerin Anna Leonhardi

Als Bundesgesundheitsministerin Nina Warken vor gut zwei Wochen die Digitalstrategie ihres Hauses vorstellte, hieß es bei den Trägerverbänden, die Pflege spiele nur eine Nebenrolle. Staffler hingegen verbreitete am Donnerstag eine ganz andere Botschaft: Die Digitalisierung könnte die Pflege enorm nach vorn bringen, sagte sie, es gebe auch jede Menge junge Unternehmen mit innovativen Ideen. "Doch ich sehe nicht, dass das alles so tragfähig ist, dass es auch bei jedem, der es braucht, insbesondere in der Häuslichkeit, auch ankommt. Da wäre es sinnvoll, noch einmal Geld in die Hand zu nehmen." Sie denke dabei an Steuergelder, so die Pflegebeauftragte.

Kritik an der Unentschlossenheit der Bund-Länder-AG zur Finanzierung  

Deutlich äußerte sich Staffler auch zu den hohen Eigenanteilen. Sie betrachte das Thema auch aus der Perspektive der Generationengerechtigkeit, sagte sie. Man dürfe nicht vergessen, dass diejenigen, die jetzt hohe Eigenanteile zahlen müssten, diejenigen seien, die viele Jahre nur sehr geringe Beiträge in die Pflegeversicherung gezahlt hätten. Die junge Generation zahle inzwischen deutlich mehr. Deshalb sei es keine Lösung, die Beiträge weiter zu erhöhen.

Auf offene Ohren stieß sie bei den Devap-Mitgliedern sicherlich mit ihrer Kritik am Eckpunktepapier der Bund-Länder-AG: Ja, beim Thema Finanzierung hätte sie sich "noch etwas mehr" vorstellen können, es seien nur Möglichkeiten ungewichtet nebeneinander aufgeführt. Andererseits sei in Sachen Versorgung manches dabei, an das man vorher nicht einmal gedacht hatte.       

Kirsten Gaede               

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