Das Pflegebudget hat in den Krankenhäusern zu einem deutlichen Personalaufbau geführt. So stieg die Zahl der festangestellten Vollzeitkräfte im Pflegedienst zwischen 2019 und 2024 um mehr als 50.000 auf rund 350.600, was einem durchschnittlichen Personalwachstum von 3,4 Prozent pro Jahr entspricht. Zuvor waren es lediglich 0,7 Prozent. Gleichzeitig sanken seit 2020 die Fallzahlen in den Kliniken.
Altenpflegekräfte wechseln ins Krankenhaus
Auffällig ist der Zuwachs bei bestimmten Berufsgruppen. So stieg die Zahl der Pflegefachkräfte in Krankenhäusern zwischen 2019 und 2024 um zehn Prozent, während die Zahl der Pflegehilfskräfte sogar um 75 Prozent zunahm. Deutlich wird der Sogeffekt auch beim Blick auf examinierte Altenpflegekräfte. Ihre Zahl in Krankenhäusern hat sich seit 2019 mehr als verdoppelt.
In Pflegeheimen wuchs die Zahl der Vollkräfte dagegen zwischen 2019 und 2023 im Schnitt nur um 0,8 Prozent pro Jahr, in der ambulanten Pflege um 2,0 Prozent. Zuvor lagen die jährlichen Zuwächse bei 2,6 bzw. 5,4 Prozent.
AOK-Vorstandschefin Carola Reimann spricht von einer "desaströsen Bilanz" des Pflegebudgets. Besonders problematisch sei die "zunehmende Unwucht zwischen der Personalausstattung in den Kliniken auf der einen und den Pflegeheimen sowie Pflegediensten auf der anderen Seite". Perspektivisch müsse die Finanzierung neu geregelt und das Pflegebudget abgeschafft werden.
Die AOK hat die Zwischenbilanz zum Pflegebudget in einem 36-seitigen PDF dokumentiert, das zum kostenlosen Download auf der Website steht.
