Regierung will Pflegeleistungen übersichtlicher sortieren
Die Regierung arbeitet an weniger, dafür flexibleren Pflegebudgets. Statt vieler Einzelleistungen soll es künftig nur noch drei oder vier flexibel nutzbare Budgets geben, sagt Katrin Staffler im Interview mit Web.de. Es gebe augenblicklich für viele einzelne Bereiche eigene Leistungen, bis hin zu kleinen Pauschalen etwa für Pflegehilfsmittel. "In der Praxis führt das aber dazu, dass sich ein unübersichtliches Geflecht aus Ansprüchen entwickelt hat", so die Pflegebeauftragte der Bundesregierung.
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Das System mit seinen zahlreichen Ansprüchen und Anträgen ist für viele Versicherte nicht praktikabel, meint Katrin Staffler
Liquidität: Drei Bausteine für eine stabile Finanzierung
Viele Einrichtungen im Sozial- und Gesundheitswesen stehen unter finanziellem Druck. Eine vorausschauende Liquiditätsplanung stärkt ihre Handlungsfähigkeit, verhindert Engpässe und erleichtert notwendige Investitionen. Wer Zahlungsströme frühzeitig im Blick hat und Finanzierungsmöglichkeiten gezielt kombiniert, kann Engpässe vermeiden und notwendige Investitionen sicher planen. Diese drei Bausteine helfen dabei. Care vor9
Das System mit seinen zahlreichen Ansprüchen und Anträgen sei zu komplex und für viele Versicherte schlicht nicht praktikabel. "Dazu schauen wir uns gerade an, wie sich die bisherigen Leistungen sinnvoll gruppieren lassen. Die Vorteile wären: weniger Bürokratie, weniger Anträge und vor allem könnten Betroffene dann viel individueller entscheiden, wofür sie die Unterstützung einsetzen", sagt Staffler gegenüber Web.de.
Regierung plant Anreize für Prävention
In ihrem Eckpunktepapier beschäftigt sich die Bund-Länder-AG auch mit dem Thema Prävention in der Pflege. Hier müssten einige kontraproduktiven Mechanismen in Angriff genommen werden, vor allem der Umstand, dass Pflegeanbieter mit sinkenden Leistungen rechnen müssen, wenn sich der Zustand eines Bewohners verbessert. "Hier müssen wir umdenken und Anreize schaffen, damit Prävention und Rehabilitation stärker gefördert werden", sagt die Pflegebeauftragte. Das würde langfristig das gesamte Pflegesystem entlasten und verbessere nicht zuletzt die Lebensqualität der Pflegebedürftigen.
Außerdem plädiert Staffler dafür, pflegende Angehörige gerade zu Beginn stärker zu begleiten – etwa durch eine Art "Startbegleitung" analog zur Hebamme. Ein ursprünglich geplantes Familienpflegegeld sei dagegen wegen der Haushaltslage kaum umsetzbar.