Tägliche News für das Management von Pflege und Wohnen im Alter

19. Juni 2026 | 07:00 Uhr
Teilen
Mailen

VDAB-Chef Thomas Knieling ist in die Pflege "hineingeboren"

Zur Politik äußert sich Verbandschef Thomas Knieling (Foto) meist klar und schnell. Dass er eigentlich Archäologe werden wollte und in einer Diakonie-Einrichtung aufgewachsen ist, verrät der 54-jährige VDAB-Geschäftsführer im Fragebogen "Persönlich" von Care vor9. Ebenso, warum er gerne Dan Brown liest und dass er davon träumt, die besten Skigebiete rund um die Welt abzuklappern.

Knieling Thomas Geschäftsführer VDAB Foto privat.jpg

Thomas Knieling war fasziniert von Indiana Jones, liest Dan Brown und liebt Skifahren

Was war Ihr Traumberuf als Kind?
Inspiriert von den Indiana-Jones-Filmen war es Archäologe – zumindest so lange bis ich festgestellt habe, dass das im echten Leben nicht immer etwas mit Schatzsuche zu tun hat.

Wie sind Sie in die Altenpflege gekommen?
Ich bin in die Altenpflege quasi reingeboren worden, weil meine Eltern in einer Diakonie-Einrichtung tätig waren. Das bedeutete damals noch Dienstwohnung auf dem Gelände und Dienstgemeinschaft. Das hat mich so geprägt, dass ich nach dem Studium wieder in den Bereich zurückgekehrt bin.

Was lieben Sie an Ihrem Job?
Die Mischung aus vielen Herausforderungen: Personalführung, Verbandsentwicklung, politische Interessensvertretung und Zusammenarbeit mit Ehrenamt. Aber vor allem, dass ich mich morgens nie fragen muss, wofür ich aufstehe. Es lohnt sich immer, für die Pflegeeinrichtungen und die Versorgung zu kämpfen.

Was nervt Sie am meisten?
Am meisten nervt mich, dass wir uns bei der Gestaltung der Zukunft der Pflege seit Jahren im Kreis drehen und der große Wurf nicht gelingt. Als Verband stößt man in der politischen Debatte immer mit dem Kopf an dieselbe Wand. Bezeichnend dafür ist, dass Kolleginnen und Kollegen nach der Elternzeit oder anderen längeren Pausen in die Gremien der Selbstverwaltung zurückkehren und das Gefühl haben, nie weg gewesen zu sein.

Ein Jahr Auszeit – was würden Sie machen?
Die besten Skigebiete weltweit abklappern – vor allem in Kanada und im Sommer eine Tour durch die Toskana.

Wie schalten Sie ab?
Am allerbesten beim Skifahren – dann denke ich wirklich an nichts anderes, als den Hang vor mir runterzufahren. Wenn dann noch Kaiserwetter ist und abends am Ende des Tages ein Glas Rotwein vor dem offenen Kamin ansteht, brauche ich kein professionelles Retreat.

Welches Buch lesen Sie gerade?
"Secret of Secrets" von Dan Brown. Ich mag die Mischung von Spannung, Historie und Symbolik in seinen Büchern. Da kommt vielleicht der verhinderte Archäologe von früher durch.

Welchen Film haben Sie zuletzt im Kino gesehen?
Eine französische Komödie mit viel schwarzem Humor: "How to make a killing". Dieser Film ist abgründig, skurril, absurd und deshalb sehenswert.

Ihr Lieblingsessen?
Ein originales fränkisches Schäufele.

Wohin geht’s im nächsten Urlaub?
Städtetrip nach Lissabon.

Wen würden Sie gerne mal treffen und warum?
Den früheren Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, weil kaum einer die weltwirtschaftlichen Zusammenhänge besser überblickt und ich gerne mehr verstehen würde, wie alles zusammenwirkt.

Wie und wo wollen Sie alt werden?
Ich würde gerne nur so alt werden, wie meine Gesundheit das trägt. Wo, steht für mich noch nicht fest und ist für mich auch nicht so entscheidend wie der Umstand, die Zeit mit geliebten Menschen zu verbringen.

Thomas Knieling ist seit 2009 Bundesgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Alten- und Behindertenhilfe (VDAB). Der gebürtige Bayer ist Volljurist, Betriebswirt und Sozialmanager. Der 54-Jährige lebt in Essen und hat zwei Kinder. Bevor er 2007 auf die Verbandsseite wechselte, war er in der Direktion eines großen diakonischen Trägers tätig und leitete danach eine Pflegeeinrichtung mit 120 Betten in privater Trägerschaft.