Breite Allianz begrüßt Linnemanns Kurswechsel
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (Foto) bekommt für seinen Verzicht auf Kürzungen der Rentenbeiträge pflegender Angehöriger ungewöhnlich breite Zustimmung. Diakonie, der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) und der Trägerverband VDAB begrüßen die Kurskorrektur – Organisationen, die keineswegs immer einer Meinung sind. PKV und VDAB fordern, die Rentenbeiträge künftig aus Steuern statt aus Beitragsmitteln zu finanzieren.
Tobias Koch
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann will auf die Kürzungen der Rentenbeiträge pflegender Angehöriger verzichten
PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther nennt pflegende Angehörige das "Rückgrat der Versorgung". Ihre Rentenbeiträge seien jedoch eine versicherungsfremde Leistung und müssten deshalb aus Steuermitteln finanziert werden. Ähnlich argumentiert VDAB-Hauptgeschäftsführer Thomas Knieling: Der Bund müsse sich verlässlich an gesamtgesellschaftlichen Aufgaben der Pflege beteiligen.
Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch begrüßt ebenfalls, dass Linnemann bei den Rentenansprüchen nicht sparen will. Er verbindet die Zustimmung allerdings mit einer weitergehenden Forderung: Linnemann solle auch andere Teile des PNOG überdenken. Insbesondere dürften ambulanten Pflegediensten nicht wichtige Aufgaben bei Beratung und Unterstützung genommen werden.