Fehlende Pflegeangebote gefährden Wohlstand des Landes
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA) warnt vor zunehmender Belastung von pflegenden Angehörigen, wenn die professionelle Pflege weiter zusammenbricht. Hintergrund ist eine aktuelle Kennziffer des Statistischen Bundesamts zur Teilzeitarbeit. Sie deckt auf, dass aufgrund der Betreuung von Angehörigen inzwischen ein Viertel der Teilzeitkräfte (4,6 Millionen Menschen) den Arbeitsumfang reduziert hat. Die mangelhafte pflegerischen Versorgung gefährde längst den Wohlstand des Landes, so der BPA.
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Ein Viertel der Teilzeitkräfte in Deutschland reduzieren ihren Arbeitsumfang, um ihre Angehörigen zu betreuen
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BPA-Präsident Bernd Meurer warnt vor den Folgen dieser Entwicklung: "Die fehlende pflegerische Versorgung in Deutschland ist inzwischen ein Treiber des Personalmangels in anderen Branchen. Viele Menschen, die in der Pflege von Angehörigen tätig sind, leisten eine wichtige Arbeit in der Versorgung von pflegebedürftigen Menschen. Wenn sie nun ihren Arbeitsumfang reduzieren müssen, um diese Aufgabe zu übernehmen, fehlt diese Arbeitskraft in anderen Bereichen der Wirtschaft.“
Ein Drittel der Menschen, die ihren Arbeitsumfang reduzieren, sei ungewollt in dieser Situation. Sie fänden keine ausreichende Unterstützung in der professionellen Pflege und müssten daher ihre eigene Erwerbstätigkeit hintenanstellen. "Von bundesweit 880.000 vollstationären Pflegeplätzen können aufgrund des Personalmangels nicht einmal mehr 90 Prozent belegt werden. Gleichzeitig verschwinden tausende Tagespflegeplätze, die eine wichtige Unterstützung der pflegenden Angehörigen darstellen", berichtet Meurer über die kritische Lage.
Der Verbandspräsident fordert die Bundesregierung auf, endlich die nötigen Maßnahmen zur Stärkung der pflegerischen Versorgung zu ergreifen: "Wenn Arbeitsminister Hubertus Heil eine Lösung für den Fachkräftemangel in Deutschland sucht, muss er sich an seinen Kollegen Lauterbach wenden. Eine Stärkung der pflegerischen Versorgung setzt sofort immense Kapazitäten bei den jetzt unfreiwillig gebundenen pflegenden Angehörigen frei."
Pascal Brückmann