Tägliche News für das Management von Pflege und Wohnen im Alter

24. November 2023 | 07:00 Uhr
Teilen
Mailen

Mecklenburg-Vorpommern als Musterknabe für Personalbemessung

Noch bis Jahresende können die Bundesländer Modifikationen des Personalbemessungsverfahrens in der Langzeitpflege (PeBeM) vornehmen, die dann die Basis für Abrechnungen mit den Pflegekassen für 2024 darstellen. Doch es ist offenbar wenig Bewegung in der Sache. Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) um Geschäftsführerin Isabell Halletz (Foto) appelliert an die Länder, sich jetzt noch dem mutigen Ansatz aus Mecklenburg-Vorpommern anzuschließen. Dort wurden im Juli die starren Personalquoten abgeschafft.

Halletz Isabell Geschäftsführerin AGVP

Isabell Halletz, Geschäftsführerin des Arbeitgeberverband Pflege 

Anzeige
Draco

Wunden bezahlbar heilen

Der DRACO® Preisvergleich schafft Transparenz für zahlreiche Produkte aus der modernen Wundversorgung. Besonders praktisch, wenn Sie eine Argumentationshilfe für den Arzt benötigen. Sie bekommen das gewünschte Produkt und der Arzt spart bei der Verordnung. Jetzt Preise vergleichen!

Es sei nun an der Zeit, dass sich auch die übrigen Bundesländer an die Realität anpassen müssten, heißt es. Doch dazu müssten nun die Landesrahmenverträge nach §75 SGB XI entsprechend modifiziert werden, da die Träger andernfalls abweichende Personalbemessungen überhaupt nicht abrechnen könnten. 

Weiter auf Phantom-Pflegekräfte zu setzen sei ein Irrweg. AGVP-Präsident Thomas Greiner: "Angesichts hoher Hürden bei der Fachkräfteeinwanderung und sinkender Ausbildungszahlen werden wir den wachsenden Fachkräftemangel in der Pflege nicht stoppen können. Wir müssen lernen, mit weniger Pflegepersonal mehr Pflegebedürftige qualitativ hochwertig zu versorgen – ein Ansatz, den Mecklenburg-Vorpommern bereits erfolgreich umsetzt."

Das Argument der Kritiker, durch die Verringerung der Fachkraftquote sinke auch zwangsläufig die Qualität in der Pflege, will der Verband entkräften. "Bereits vor Einführung des PeBeM hatte Mecklenburg-Vorpommern vergleichsweise niedrige Fachkraftquoten. Und trotzdem wird dem Land im AOK-Qualitätsatlas für das Jahr 2021 eine überdurchschnittliche Pflegequalität bestätigt, etwa bei der Verhinderung von Dekubitus und Krankenhauseinweisungen infolge von Stürzen", so AGVP-Geschäftsführerin Halletz. Die Ergebnisse seien besser als in Ländern mit starren Quoten. 

Der neue Pflege-Realismus aus dem Nordosten sei jetzt das Gebot der Stunde. "Die starre Quote bei Fachkräften gehört abgeschafft. Die Zukunft der Altenpflege ist made in Mecklenburg-Vorpommern", fordert der Verband. "Es geht jetzt darum, die Betriebe arbeitsfähig und leistungsfähig zu halten."

Pascal Brückmann

Newsletter kostenlos bestellen

Ja, ich möchte den Newsletter täglich lesen. Ich erhalte ihn kostenfrei und kann der Bestellung jederzeit formlos widersprechen. Meine E-Mail-Adresse wird ausschließlich zum Versand des Newsletters und zur Erfolgsmessung genutzt und nicht an Dritte weitergegeben. Damit bin ich einverstanden und akzeptiere die Datenschutzerklärung.

Anzeige Seniorenheim-Magazin
Anzeige