Tägliche News für das Management von Pflege und Wohnen im Alter

16. Juli 2026 | 21:56 Uhr
Teilen
Mailen

Trägerverband antwortet auf Merz Bitte um Sparvorschläge

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat bei seiner Sommerpressekonferenz am Mittwoch die geplanten Kürzungen bei den Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige als "kritisch" bezeichnet. Aber er machte auch deutlich, dass die Pflegeversicherung sparen müsse und fügte hinzu, er sei für Vorschläge offen. Dies greift Thomas Greiner (Foto), Präsident des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP), auf und verweist auf das, was Trägerverbände seit Langem unterbreiten: den konsequenten Abbau von Bürokratie in der Altenpflege.

"Den Profis vertrauen und mehr Flexibilität in der Altenpflege", fordert AGVP-Präsident Thomas Greiner 

Der Bundeskanzler räumte ein, die geplanten Kürzungen bei den Rentenbeiträgen für pflegende Angehörige seien noch nicht endgültig entschieden. "Ich sehe den Punkt, den Sie angesprochen haben. Ich sehe das auch kritisch", sagte Merz. Zugleich machte er deutlich, dass die Pflegeversicherung dringend finanziell stabilisiert werden müsse. Die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben müsse geschlossen werden. Er sei "dankbar für jeden Vorschlag", der über ein bloßes Nein zu Sparmaßnahmen hinausgehe.

Diese Vorlage nutzt der AGVP-Präsident. "Der Bundeskanzler hat recht: Die Pflegeversicherung muss wieder tragfähig werden – finanziell und in der Versorgung. Hier ist unser Vorschlag: den Bürokratiedschungel lichten, den Profis vertrauen und mehr Flexibilität in der Altenpflege ermöglichen", sagt Greiner.

AGVP fordert mehr Flexibilität bei Personaleinsätzen

Nach Auffassung des Verbands sorgen starre Personalvorgaben und umfangreiche Dokumentationspflichten nicht automatisch für bessere Pflege. Stattdessen brauche es mehr unternehmerische Freiheit und größere Handlungsspielräume für Einrichtungen und Pflegekräfte. Der AGVP fordert deshalb flexiblere Personaleinsatzmöglichkeiten, weniger Bürokratie und eine stärkere Ausrichtung der Kontrollen auf die tatsächliche Ergebnisqualität.

Das Kabinett hat sich bisher noch nicht mit dem geplanten Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) befasst. Die Beratung über den Entwurf ist diverse Male verschoben worden, zuletzt am Montag. Vermutlich kommt es erst nach der Sommerpause ins Kabinett. 

Anzeige