Tägliche News für das Management von Pflege und Wohnen im Alter

11. Februar 2026 | 07:00 Uhr
Teilen
Mailen

Warken ruft Pflegebranche zu Veränderungsbereitschaft auf

In diesem Frühjahr will Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (links) ihren großen Wurf für eine Pflegereform vorlegen. "Wir sind dran", sagte sie am Dienstag zur Eröffnung der Pflegefachmesse Pro Care in Hannover und kündigte einen entsprechenden Gesetzesentwurf für die nächsten Wochen an. Allerdings könne die Politik nicht alles regeln, so die Ministerin, die Pflegebranche müsse mitziehen. Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (rechts) drängt zur Eile.

Pro Care 26 Warken Philippi Foto Rainer Jensen.JPG

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken und Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi auf der Eröffnung der Pro Care

Anzeige

Durch Forderungsmanagement finanzielle Engpässe vermeiden

Steigende Kosten, späte Zahlungen, stockende Abläufe: Pflegedienste arbeiten in einem Umfeld, das zunehmend von Kosten- und Zahlungsdruck geprägt ist. Ein Forderungsmanagement, das Transparenz schafft, Durchlaufzeiten verkürzt und dabei unterstützt, Zahlungseingänge zu steuern, wird daher immer wichtiger. So können Pflegeanbieter Liquiditätsengpässe vermeiden und handlungsfähig bleiben. Factoring kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Care vor9

"Pflege muss bezahlbar bleiben", sagte Ministerin Warken. Es müsse außerdem sichergestellt werden, dass jeder eine passgenaue Unterstützung erhalte. Dazu würden nun einige Grundsatzentscheidungen gefällt. Klar sei, dass Prävention künftig eine größere Rolle spielen werde. Und: "Wir müssen die Versorgung auf breitere Schultern verteilen", so Warken.

Nicht nur sie bemühte in ihrer Rede das Thema Vertrauen. Dieses sei vor allem zwischen Leistungserbringern und Krankenkassen notwendig, wenn es darum gehe, Bürokratie abzubauen. "Politik kann nicht alles regeln", sagte die Ministerin und forderte von allen Beteiligten der Pflegebranche mehr Veränderungsbereitschaft.

"Mehr Geld ins System zu kippen, ist keine Option"

"Die Aufgaben sind groß", ergänzte Katrin Staffler, Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, in ihrem Grußwort. Es reiche nicht mehr aus, wie bisher nur kleine Stellschrauben zu drehen. Immer mehr Geld ins System zu kippen, sei keine Option. "Jeder muss in den sauren Apfel beißen und ein Stück von seiner Position aufgeben", so Staffler.

Staffler sieht einen klaren Schwerpunkt bei der häuslichen Pflege. Schließlich würden die meisten Menschen zu Hause versorgt. Hier müsse sich die Politik davon verabschieden, jede Kleinigkeit im Detail regeln zu wollen. Staffler fordert für die Leistungen nur noch ein Sach- und ein Geldbudget. Klar sei aber auch, dass jeder Einzelne mehr Eigenvorsorge leisten müsse.

44 Stellen kommen zum Prüfen ins Pflegeheim

Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi mahnte die Bundesregierung bei der Reform zur Eile. Die Warnsignale des Systems würden immer lauter. "Die Pflege zittert nicht mehr, sie bebt." Es sei jetzt keine Zeit mehr für Prüfaufträge und Kommissionen, jetzt müsse endlich entschieden werden.

Ricarda Hasch, Landesvorsitzende Niedersachsen des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste, spielte den Ball beim Thema Bürokratieabbau zurück. Sie überreichte Philippi eine Liste mit 44 Organisationen, die in Niedersachsen Pflegeheime regelmäßig zu Prüfungen besuchen. Und die Auflagen würden immer mehr. So sollen Hausmeister künftig einen Zeckenschutz nachweisen und Schüler eine Unbedenklichkeitsbescheinigung vor ihrem Einsatz in Wohnbereichen vorlegen müssen.

Die Fachmesse Pro Care findet zum zweiten Mal in Hannover statt und hat sich seit ihrer Premiere deutlich vergrößert. Mehr als 250 Aussteller präsentieren Produkte und Dienstleistungen für die Pflege. Einen Schwerpunkt bilden Digitalisierung und KI-Einsatz. Parallel dazu finden zahlreiche Vorträge und Workshops sowie der BPA-Fachkongress statt.

Thomas Hartung

Newsletter kostenlos bestellen

Ja, ich möchte den Newsletter täglich lesen. Ich erhalte ihn kostenfrei und kann der Bestellung jederzeit formlos widersprechen. Meine E-Mail-Adresse wird ausschließlich zum Versand des Newsletters und zur Erfolgsmessung genutzt und nicht an Dritte weitergegeben. Damit bin ich einverstanden und akzeptiere die Datenschutzerklärung.

Anzeige