Höhere Kosten könnten Minijobs in der Pflege bremsen
Die steigenden Kosten für Minijobs werden sich auch auf die Altenpflege auswirken. Rund jede fünfte Pflegeeinrichtung setzt auf geringfügig Beschäftigte, wie eine Auswertung der Jobplattform Pflegia zeigt. Ab 2027 wird der pauschale Arbeitgeberbeitrag zur Krankenversicherung für Minijobs von 13 auf 17,5 Prozent steigen, zudem ist eine höhere Pauschalsteuer angekündigt.
Besonders verbreitet sind Minijobs in der ambulanten Pflege: 22,4 Prozent der untersuchten Dienste bieten mindestens eine solche Stelle an, bei stationären Einrichtungen sind es 21 Prozent. Auch bei Pflegekräften ist das Modell gefragt. 13,6 Prozent von rund 336.000 ausgewerteten Beschäftigten nennen geringfügige Beschäftigung als gewünschte Arbeitsform.
Für Einrichtungen dienen Minijobber häufig als flexible Verstärkung für einzelne Schichten, Wochenenden oder personelle Engpässe. Steigen die Arbeitgeberkosten wie angekündigt, könnte dieses Beschäftigungsmodell für Pflegebetriebe an Attraktivität verlieren.
Die Erhöhung des pauschalen Arbeitgeberbeitrags für gewerbliche Minijobs ist bereits Gesetz. Sie steht im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das am 29. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet wurde und zum 1. Januar 2027 greift. Die Erhöhung der Pauschalsteuer von zwei auf fünf Prozent ist politisch beschlossen und inzwischen im Entwurf des Einkommensteuerreformgesetzes 2027 enthalten.